US-Marktführer Doordash startet deutschen Lieferdienst in Stuttgart

Nächste Runde im Wettkampf der Lieferdienste: Der US-Marktführer Doordash nimmt den Betrieb in der ersten deutschen Stadt auf, in Stuttgart. Doordash sieht dies als Test, ob es neben Konkurrenz auch Appetit für seinen Dienst gibt.
Chef fährt selbst: Doordash-Mitgründer Andy Fang demonstriert in Stuttgart Ausrüstung und Fahrrad für Kuriere

Chef fährt selbst: Doordash-Mitgründer Andy Fang demonstriert in Stuttgart Ausrüstung und Fahrrad für Kuriere

Foto: Marijan Murat / dpa

Der US-Lieferdienst Doordash startet sein neues Deutschlandgeschäft in Stuttgart. "Stuttgart ist für uns eine Art Test um zu sehen, ob es Appetit in Deutschland gibt für Doordash", sagte Mitgründer Andy Fang (29) am Mittwoch in Stuttgart. "Wenn wir erfolgreich in Stuttgart sind, dienen uns die hier gesammelten Erfahrungen auch in anderen Städten."

Doordash ist Fang zufolge das marktführende Lieferunternehmen in den USA. Die Firma aus San Francisco hatte erst vor rund einer Woche angekündigt, für rund sieben Milliarden Euro den finnischen Anbieter Wolt zu übernehmen, der unter anderem in Berlin aktiv ist. Doordash baut damit sein Gebiet um mehr als 20 Länder aus. Bereits im September beteiligte sich der US-Konzern an dem Lieferdienst Flink, der in mehreren deutschen Städten Lebensmittel liefert - und durchkreuzte damit die Pläne von Rivale Delivery Hero, Flink mit der eigenen Beteiligung Gorillas zusammenzulegen.

In Europa ist bisher der niederländische Konzern Just Eat Takeaway besonders stark, zu dem auch die in Deutschland dominierende Marke Lieferando gehört. Auch der Dax-Konzern Delivery Hero kämpft mit der Marke Foodpanda wieder um den deutschen Markt, aus dem er sich 2018 zugunsten von Lieferando zurückgezogen hatte.

Doordash wolle Händler unterstützen, online zu gehen, sagte Fang. Nur 18,5 Prozent der Restaurants in Deutschland seien bisher auf einem Internetmarktplatz für Lieferungen. In Stuttgart sollen außer Essen auch Blumen und Alkoholprodukte an Kundinnen und Kunden geliefert werden, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Das Unternehmen will in der baden-württembergischen Landeshauptstadt mit 30 Kurierfahrern anfangen. Fang äußerte sich nicht näher zu dem Deal mit Wolt, da dieser nicht abgeschlossen sei. Man warte auf die Billigung der Wettbewerbsbehörden.

ak/dpa-afx
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