Twitter-Battle zwischen Lieferchefs "Zahl Du erstmal Steuern und Mindestlohn"

Vor dem Marktstart von Uber Eats geht's in der Top-Etage rund: Uber-CEO Dara Khosrowshahi zofft sich via Twitter mit dem CEO der Lieferando-Mutter Just Eat, Jitse Groen. Es hagelt Vorwürfe zu Aktienkursen und Mindestlöhnen.
Reagiert auch auf Twitter mit deutlichen Worten gegen Vorwürfe: Dara Khosrowashahi, CEO des Fahrdienstvermittlers Uber

Reagiert auch auf Twitter mit deutlichen Worten gegen Vorwürfe: Dara Khosrowashahi, CEO des Fahrdienstvermittlers Uber

Foto: DENIS BALIBOUSE/ REUTERS

Dieser Streit war schnell vom Zaun gebrochen: Erst gestern bestätigte der Fahrdienstvermittler Uber, über seine Tochter Uber Eats in das Geschäft mit Essenslieferungen einzusteigen - in einigen Wochen und zunächst in Berlin, wohl aber bald in ganz Europa. Das Geschäft wird in Deutschland von Lieferando beherrscht, das zum Konzern Just Eat Takeaway gehört. Dessen CEO Jitse Groen (42) spielt zwar seit Wochen die Folgen eines Markteintritts von Uber Eats herunter - nun greift er aber den neuen Konkurrenten frontal via Twitter an. In einer Kurznachricht warf Groen Uber-CEO Dara Khosrowashahi (51) vor, mit der Markteintritts-Ankündigung in Berlin den Aktienkurs von Just Eat zu "drücken". Nach der Ankündigung von Uber hatte der Just-Eat-Aktienkurs um bis zu 3 Prozent nachgegeben.

Khosorowshahi antwortete darauf umgehend - und nicht überbordend freundlich: Groen solle sich weniger auf den kurzfristigen Aktienkurs konzentrieren und lieber mehr auf seine Technologie und Prozesse, befand der Uber-CEO öffentlich.

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Das wiederum wollte Groen nicht so stehen lassen - und schoss zurück: Es wäre wohl besser, selbst Steuern, Mindestlöhne und Sozialversicherungsabgaben zu zahlen, bevor man einem Gründer Ratschläge für sein Geschäft gebe, ätzte Groen gegen den Konkurrenten.

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Hintergrund der Vorwürfe: Uber steht schon seit langer Zeit in der Kritik, weil es seine Fahrer als selbstständige Unternehmer behandelt und deshalb auch keine Steuern, Sozialversicherungsabgaben oder Mindestlöhne für sie bezahlt. In den USA ist das bislang problemlos möglich. Ob Uber sein Geschäftsmodell auch in Europa so beibehalten kann, ist dagegen fraglich: Im Februar urteilte das britische Höchstgericht, dass Uber seine Fahrer wie Arbeitnehmer behandeln müsse und diese Anspruch auf Mindestlohn haben. Auch nach deutscher Rechtslage, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung , spreche viel für ein festes Arbeitsverhältnis der Uber-Fahrer.

Auf eine Replik hat Uber-CEO Khosrowashahi dann auch verzichtet. Die dürfte er dann direkt beim Markteintritt geben - vermutlich in Form besonders günstiger Bedingungen an jene Restaurants, die ihr Essen via Uber Eats ausliefern lassen wollen.

wed
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