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Drogeriekette Die Erbschlacht um das Milliardenimperium des Erwin Müller

Der Drogeriekönig droht die Kontrolle über sein Unternehmen an ein glitschig-glamouröses Netzwerk zu verlieren. Es lockt ein Milliardenvermögen. Eine Rolle spielen: diverse Stiftungen, eine Ordensverleihung und eine Parteispende.
aus manager magazin 1/2022
Friseur Erwin Müller, Milliardär und Gründer der gleichnamigen Drogeriekette, macht seine Frau Anita gern selbst hübsch

Friseur Erwin Müller, Milliardär und Gründer der gleichnamigen Drogeriekette, macht seine Frau Anita gern selbst hübsch

Foto: babiradpicture/Chr.Stiefler / babiradpicture - abp

Manchmal ist etwas fast zu schön, um wahr zu sein. Es ist ein Sommerabend wie aus dem Bilderbuch an jenem Donnerstag, den 21. Juni 2018, als ein kleiner Mann um kurz nach 19 Uhr vor ein Mikrofon schreitet und mit seinen Händen die Merkel-Raute formt. Die Rührung ist ihm anzusehen. Heute sind sie alle da, um ihn zu feiern: Kotelettkaiser Clemens Tönnies (65), VW-Miteigner Wolfgang Porsche (78), Feinkostkönig Michael Käfer (63). Und natürlich die Hausherren: Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (35) und dessen Vize Heinz-Christian Strache (52).

Der Mann am Mikrofon heißt Erwin Müller (89), ein gelernter Friseur aus Ulm, der eine beachtliche Drogeriemarktkette gegründet hat, die seinen Namen trägt, und über den trotzdem wenig bekannt ist außer ein paar hässlichen Streitigkeiten mit Mitarbeitern und einer für ihn am Ende glimpflich ausgegangenen Affäre um Cum-ex-Deals, die ihm die Schweizer Bank Sarasin vor ein paar Jahren schmackhaft gemacht hat. Endlich also findet Müller Anerkennung. Kurz und Strache verleihen ihm das "Große Silberne Ehrenzeichen mit dem Stern", die höchste Auszeichnung, die ein Unternehmer in der Alpenrepublik erhalten kann. Müller sichere wertvolle Arbeitsplätze in Europa, lobt Kurz, und Müller frohlockt: "Ich sehe diese Auszeichnung als Auftrag, weiterhin ein guter Freund Österreichs zu sein."

Feiertag: Als sie Österreich noch führen, umringen Heinz-Christian Strache (l.) und Sebastian Kurz (4. v. l.) Erwin Müller und dessen Frau Anita (M.). Auch mit dabei: der einstige Müller-Intimus Walter Schiefer (5. v. l., mit Frau Susanne), der mit Putin bekannt ist.

Feiertag: Als sie Österreich noch führen, umringen Heinz-Christian Strache (l.) und Sebastian Kurz (4. v. l.) Erwin Müller und dessen Frau Anita (M.). Auch mit dabei: der einstige Müller-Intimus Walter Schiefer (5. v. l., mit Frau Susanne), der mit Putin bekannt ist.

Foto: Katja Haas / Agency People Image

Müller hat Wort gehalten. Er hat einen guten Teil seines Vermögens  und seiner Firma nach Österreich verlagert und – just wenige Monate nach seiner Auszeichnung – 45.000 Euro an Kurz' ÖVP gespendet.

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