Dienstag, 21. Mai 2019

Nach Attacke auf Bayer Hedgefonds Elliott setzt Pernod unter Druck

Von Argentinien bis Bayer: Die Opfer des Paul Elliott Singer
REUTERS

Gerade erst bedrängte der US-Hedgefonds Elliott mit seinem Einstieg bei Bayer den Konzern. Jetzt ist er beim französischen Spirituosenkonzern Pernod Ricard eingestiegen - und traf sich bereits mit Pernod-Chef Alexandre Ricard.

Der aktivistische Investor Elliott macht beim französischen Spirituosenkonzern Pernod Ricard Druck auf das Management. Der Hedgefonds des bekannten Investors Paul Singer hat eine wirtschaftliche Beteiligung von mehr als 2,5 Prozent an dem Whisky- und Gin-Hersteller aufgebaut, wie er am Mittwoch in London mitteilte. Pernod Ricard besitze ein herausragendes Portfolio international bedeutender Marken, schreibt Elliott. Dennoch habe die Gesellschaft in den vergangenen Jahren in den wichtigsten Bereichen ihres Geschäfts Marktanteile verloren.

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Nach eigenen Angaben hat sich Elliott mit Pernod-Chef Alexandre Ricard getroffen, um mit ihm über eine bessere Geschäftsstrategie zu sprechen. Diesen Dialog wolle der Hedgefonds fortsetzen.


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Elliott beteiligt sich immer wieder an Unternehmen und versucht sie zur Änderung ihrer Geschäftspolitik oder zur Abspaltung von Geschäftsteilen zu bewegen. In Deutschland sorgte er zuletzt etwa mit seinen Beteiligungen am Industriekonzern Thyssenkrupp , dem Anlagenbauer Gea Group und jüngst auch dem Pharma- und Agrarchemie-Konzern Bayer für Schlagzeilen. So drängt Elliott Bayer zur Aufspaltung.

Die Ironie der Geschichte: Mit der Übernahme von Monsanto verfolgte Bayer Börsen-Chart zeigen unter anderem das Ziel, eine feindliche Übernahme mit anschließender Zerschlagung zu verhindern. Doch aufgrund der zahlreichen Glyphosat-Klagen in den USA hat sich die Übernahme für Bayer als toxisch erwiesen, der Aktienkurs des Dax-Unternehmens ist seitdem eingebrochen. Mit fallendem Börsenwert wird Bayer für Investoren, die eine Übernahme und Zerschlagung durchrechnen, attraktiver.

rei mit dpa

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