Donnerstag, 19. September 2019

Einstieg bei Telefonhersteller Meizu Alibaba drängt aufs Smartphone

Total mobil: Alibaba will über den Einstieg beim Smartphonehersteller Meizu näher an die Kunden

Alibaba tritt in die Fußstapfen von Amazon und will seine Kunden direkt auf dem Smartphone abpassen. Dazu steigt der Onlinehändler bei dem noch relativ kleinen chinesischen Anbieter Meizu ein, der von Alibabas Engagement enorm profitieren dürfte.

Peking/Hamburg - Alibaba drängt mit Macht ins Mobilgeschäft. Der Onlinehändler beteiligt sich mit 590 Millionen Dollar (rund 520 Millionen Euro) am bislang noch relativ unbekannten Smartphonehersteller Meizu. Dieser soll im Gegenzug für die Minderheitsbeteiligung das mobile Betriebssystem YunOS von Alibaba einsetzen, und den Onlinehändler somit noch näher an die Kunden bringen.

Für Alibaba ist es die erste direkte Beteiligung an einem Smartphonehersteller. Wirklich überraschend kommt der Schritt jedoch nicht. Beobachter werten ihn als Versuch, wieder Boden gegenüber dem Rivalen Tencent gut zu machen, dem Betreiber des in China sehr populären Message-Dienstes WeChat. Tencent war kürzlich bei Alibabas direktem Rivalen JD.com eingestiegen, was ihm Zugang zu hunderten Millionen WeChat-Nutzern verschaffte.

Alibaba selbst wertete den Einstieg als "wichtigen Schritt innerhalb der Mobil-Strategie". Bislang hatte der Onlinehändler mit seinem Betriebssystem im immer wichtiger werdenden chinesischen Mobilmarkt nicht richtig Fuß fassen können. Unter anderem wegen eines Streits mit Google Börsen-Chart zeigen, wo man laut "FT" anders als Alibaba in YunOS eine Android-Version sieht.

Dabei wird der direkte Zugang zu Smartphonenutzern für Alibaba immer wichtiger. Im Juli gingen in China erstmals mehr Menschen über Mobilgeräte online als über PCs.

Bislang liegt der Marktanteil von Meizu, die allein im vergangegen Monat 1,5 Millionen Geräte verkauft haben sollen, Schätzungen zufolge bei weniger als 2 Prozent - verschwindend wenig im Vergleich zu Spielern wie Apple, Xiaomi, Lenovo oder Huawei. Doch das könnte sich nun ändern. Denn im Zuge des Deals kündigte Alibaba an, künftig über seinen Onlineplattformen auch die Geräte von Meizu zu vertreiben.

Wie erfolgreich Alibabas Meizu-Strategie tatsählich sein wird, bleibt indes abzuwarten. Beim US-Konkurrent Amazon Börsen-Chart zeigen, der im vergangenen Jahr mit einem eigenen Smartphone näher an die Kunden heran wollte, erwies sich die Strategie bislang als Flop. Im Hochpreis-Segment lanciert, musste Amazon die Telefone letztlich sehr schnell mit enormen Rabatten losschlagen.

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