Für neun Milliarden Dollar Ebay verkauft Kleinanzeigen-Sparte nach Norwegen

Die Liste der Interessenten war illuster, doch als Käufer von eBay Kleinanzeigen hat sich nun offenbar die Online-Tochter des norwegischen Medienhauses Schibsted durchgesetzt.
Anzeige auf Ebay Kleinanzeigen

Anzeige auf Ebay Kleinanzeigen

Ebay verkauft sein Kleinanzeigengeschäft einem Insider zufolge für neun Milliarden Dollar nach Norwegen. Der Markplatzbetreiber Adevinta, ein Ableger des norwegischen Medienkonzerns Schibsted, habe das Bieterrennen für sich entschieden, sagte die mit der Transaktion vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Ebay behalte einen Minderheitsanteil. Adevinta wollte sich dazu nicht äußern, auch Ebay war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Der Online-Markplatz Ebay Kleinanzeigen ist weltweit vertreten. Im ersten Quartal erzielte die Ebay-Tochter bei einem Umsatz von 248 Millionen Euro einen Betriebsgewinn von 83 Millionen Euro. In Deutschland versammeln sich auf dem Kleinanzeigen-Portal mehr als 40 Millionen Anzeigen, es gilt hierzulande damit als das größte Portal dieser Art.

Die aktivistischen Investoren Elliott und Starboard hatten Ebay zu dem Verkauf gedrängt, da sie sich davon eine Steigerung des Börsenwerts versprechen. Als mögliche Käufer waren neben Axel Springer auch die Tochter des südafrikanische Medienkonzerns Naspers, Prosus, gehandelt worden. Zudem wurde spekuliert, ob sich die Finanzinivestoren Hellman & Friedman mit Unterstützung von Blackstone und Permira die Ebay-Tochter unter den Nagel reißen könnten. Zuvor hatte Hellman & Friedmann den Zuschlag für Autoscout 24 erhalten, einem Rivalen von Mobile.de, das zu Ebay Kleinanzeigen gehört.

Zuletzt berichtete das Wall Street Journal , dass die Mutter Ebay fortgeschrittene Verhandlungen mit Adevinta führe, jedoch sei ein Verkauf noch nicht sicher, allerdings könne er noch in dieser Woche verkündet werden. Schipsted bündelt in dem börsennotierten Adevinta seine nicht-skandinavischen Online-Geschäfte, der Anteil an dem Tochterunternehmen liegt bei etwa 60 Prozent. Für das zweite Quartal 2020 meldete Schibsted für Adevinta Einnahmen von knapp 150 Millionen Euro . Sollte Adevinta den Zuschlag erhalten, würde sich die Online-Handelsplattform, die unter unterschiedlichen Namen in verschiedenen Ländern auftritt, ihre Größe nahezu verdoppeln.

Anfang des Jahres hatte der Börsenbetreiber Intercontinental Exchange (ICE)  mit einer Übernahme von Ebay geliebäugelt. Dabei soll das Online-Auktionshaus mit mehr als 30 Milliarden Dollar bewertet worden sein. Ebay lehnte das Angebot jedoch ab.

akn/Reuters