Freitag, 15. November 2019

Dynamische Preise Die Entdeckung des gläsernen Kunden

Digitale Preisfaktoren: Was bestimmt, wie viel wir zahlen
DPA

3. Teil: Der gläserne Kunde

  • Persönlichkeit/Einkaufshistorie: Schaut man sich an, was heute alles möglich ist, sind dies allerdings nur Fingerübungen. Berücksichtigt man, dass über viele Nutzer mittlerweile regelrechte Datensammlungen bezüglich Finanzkraft und Surfhistorie (wofür interessiert er sich, auf welchen Seiten war er vorher und was hat er gekauft?) existieren, sind die Kunden von heute so berechenbar wie nie.
  • Und selbst die Nähe zum Produkt und damit die Lieferkosten könnten künftig eine Rolle spielen. Erste Ecommerce-Startups experimentieren bereits mit Modellen, bei denen Kunden, die näher am Produkt wohnen, deutlich geringere Preise zahlen müssen.

Doch das Spiel mit den Preisen hat seine Grenzen. Da wo die Kunden einen Referenzpreis im Kopf haben, wird es schwierig, sagt Pricing-Experte Sjostedt "Jeder weiß, was ein Liter Milch ungefähr kostet. Bei einem Stück Ingwer, das man für ein bestimmtes Rezept braucht, sieht das ganz anders aus."

Hierzulande tun sich viele mit flexiblen Preisen in immer mehr Lebensbereichen noch schwer. Als die Taxi-App Mytaxi Anfang des Jahres ein neues, flexibles Vergütungsmodell für seine Fahrer einführte, um die Nachfrage nach Fahrten besser steuern zu können, brach ein Sturm der Entrüstung über das Hamburger Startup los.

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