Montag, 19. August 2019

Reckitt Benckiser bietet 17 Milliarden Euro für Mead Johnson Erst Kondome, jetzt Babyfood - Reckitt sorgt für alle Fälle vor

Baby-Milchpulver: Reckitt Benckiser will für Mead Johnson knapp 17 Milliarden Dollar zahlen

Der Konsumgüterkonzern Reckitt Benckiser Börsen-Chart zeigen, an dem die deutsche Milliardärsfamilie Reimann wesentlich beteiligt ist, nimmt eine milliardenschwere Übernahme ins Visier: Die Briten wollen den Babynahrungshersteller Mead Johnson für knapp 17 Milliarden Dollar (15,5 Mrd Euro) kaufen.

Die beiden Unternehmen verhandeln derzeit über Details einer Offerte. Dabei werde über einen Preis von 90 Dollar je Mead-Johnson-Aktie gesprochen, teilten die beiden Konzerne am Donnerstag in Glenview und London mit. Das entspräche einem Aufschlag von 29 Prozent auf den vorigen Schlusskurs.

Zuvor hatte das "Wall Street Journal" über ein Interesse von Reckit Benckiser an dem 2009 von Bristol-Myers Squibb abgespaltenen Unternehmen berichtet. Die Mead-Johnson-Aktie legte nachbörslich um rund 24 Prozent auf 86 Dollar zu.

Beobachter reagierten überrascht: "Babynahrung galt bislang als zu weit entfernt von Reckitts eigentlichem Kerngeschäft. Wir waren entsprechend sehr überrascht", zitiert "Bloomberg" einen Analysten. Weil die Hygiene- und Pflegesparten aktuell weniger stark wüchsen, habe sich Reckitt-Chef Rakesh Kapoor schon zuvor auf frei verkäufliche Gesundheitsprodukte wie etwas Schleimlöser oder nun eben Babynahrung konzentriert. Letztere gilt vor allem in Asien als starker Wachstumsmarkt.

Der 16-Milliarden-Deal wäre der größte in Reckitts Geschichte - laut "Bloomberg" hatte der Konzern 2010 im Rahmen seiner nächstkleineren Übernahme etwa 2,5 Milliarden Pfund für den Kondomhersteller Durex ausgegeben.

luk mit dpa-afx

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