Wachstumsschub Drogeriekette DM plant 150 neue Märkte

Deutschlands größte Drogeriekette dm wächst und wächst - nicht wegen der Schlecker-Pleite, wie DM-Chef Harsch betont, sondern aus eigener Kraft. 300 Millionen Euro will er jetzt in neue Filialen, die Firmen-IT und eine neue Konzernzentrale investieren.
Er will 300 Millionen Euro investieren: DM-Chef Erich Harsch

Er will 300 Millionen Euro investieren: DM-Chef Erich Harsch

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Karlsruhe - Die Drogeriemarktkette DM bleibt dank einer starken Kundennachfrage auf Wachstumskurs und will ihr Filialnetz weiter kräftig ausbauen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg der Umsatz um 11,9 Prozent auf einen Rekordwert von 7,69 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Zum Gewinn äußerten sich die Karlsruher nicht.

DM ist seit der Schlecker-Pleite deutscher Branchenprimus, führt seinen Erfolg aber nur zu einem geringen Teil auf das Ende des Ex-Konkurrenten zurück. Wie groß und nachhaltig der "Schlecker-Effekt" sei, könne man noch nicht sagen. Er sei jedenfalls längst nicht so groß wie überall beschrieben, sagte DM-Chef Erich Harsch. Sein Unternehmen sei auch auf bestehenden Flächen gewachsen. Dennoch prüfe man natürlich "jede Möglichkeit, die sich bietet", um weiter zu expandieren.

Für das nächste Jahr plant das Unternehmen 150 neue Märkte und Rekordinvestitionen von 230 Millionen Euro allein in Deutschland. Konzernweit will das Management 300 Millionen Euro ins DM-Netz stecken. Das Geld soll in neue Läden, die Neugestaltung von Filialen, den IT-Bereich und die neue Firmenzentrale in Karlsruhe fließen. Allein für den Hauptsitz sind im kommenden Jahr 25 Millionen Euro eingeplant. 90 Millionen Euro werden in den Neubau insgesamt investiert, in dem in drei Jahren rund 1500 Menschen arbeiten sollen.

Marktvolumen könnte schrumpfen

Den Wettbewerb im Markt für Drogerieprodukte wolle DM zwar "aktiv gestalten", sagte Harsch. Große Wachstumsimpulse seien aber in keinem Sortiment zu erwarten. Durch den Geburtenrückgang in der Bevölkerung könne das Marktvolumen insgesamt sogar schrumpfen.

Die Karlsruher haben nach eigenen Angaben einen Marktanteil bei Drogeriewaren von mehr als 20 Prozent. Im März 2012 lagen sie noch bei 18,5 Prozent, gefolgt von Aldi mit knapp 12 Prozent. Der Rivale Rossmann lag damals bei knapp 11 Prozent. Auf dem deutschen Markt erreichte DM im Geschäftsjahr 2012/2013 ein Wachstumsplus von 14,3 Prozent und kam damit auf einen Umsatz von 5,84 Milliarden Euro.

Zum Ertrag macht das Unternehmen traditionell keine Angaben. Die nötige Umsatzrendite von rund einem Prozent sei erreicht, hieß es. DM wolle nicht gewinnorientiert sein, sagte Harsch: "Wir investieren in unsere Mitarbeiter." An die Beschäftigten in Deutschland wurden zum Ende des Geschäftsjahres mehr als 13 Millionen Euro ausgeschüttet.

In den vergangenen zwölf Monaten hat die Kette 135 neue Filialen in Deutschland eröffnet - mehr als zunächst geplant - und sein Netz damit auf 1480 Standorte erweitert. Europaweit stieg die Zahl der Märkte auf 2893. Konzernweit schuf DM mehr als 5300 neue Stellen, davon fast 4800 in Deutschland. Bundesweit arbeiten bei DM derzeit nahezu 34.000 Menschen, konzernweit sind es fast 50.000.

krk/dpa
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