Fokus auf Digitalisierung Douglas steigt ins Apothekengeschäft ein

Die Drogeriekette macht sich weiter hübsch für einen möglichen Börsengang und übernimmt eine niederländische Versandapotheke. Douglas-Chefin Tina Müller will damit vor allem von der Einführung des elektronischen Rezeptes profitieren.
Push für Digitalisierung: Digitalvorständin Vanessa Stützle (l.), Disapo-Gründer Sebastian Kraus und Douglas-Chefin Tina Müller hoffen auf das große Geschäft mit elektronischen Rezepten

Push für Digitalisierung: Digitalvorständin Vanessa Stützle (l.), Disapo-Gründer Sebastian Kraus und Douglas-Chefin Tina Müller hoffen auf das große Geschäft mit elektronischen Rezepten

Foto: DOUGLAS

Deutschlands größte Parfümeriekette Douglas steigt in den Online-Apothekenmarkt ein und übernimmt die niederländische Online-Apotheke Disapo.de. "Wir planen eine schrittweise Expansion des Online-Apothekenangebots in unsere europäischen Kernländer, womit wir in einen Markt mit einem Gesamtumsatz 2020 von mehr als 160 Milliarden Euro eintreten", erklärte Digitalvorständin Vanessa Stützle am Donnerstag in Düsseldorf. Das manager magazin hatte bereits im November vergangenen Jahres  über den geplanten Zukauf berichtet.

Im Zuge der zukünftigen Einführung des E-Rezepts in Deutschland sei mit einem enormen Zuwachs im Online-Apothekengeschäft zu rechnen, ergänzte Douglas-Chefin Tina Müller (53). Douglas wolle diese Wachstumschance systematisch nutzen. Gestartet werden soll im Laufe der ersten Jahreshälfte zunächst in Deutschland mit rezeptfreien Arzneimitteln. Die Möglichkeit zur Bestellung von rezeptpflichtigen Arzneimitteln soll auf dem Douglas-Marktplatz im Laufe des Jahres folgen. Hier liegt auch die größte Wachstumschance, da der Markt mit rund 50 Milliarden Euro deutlich größer ist als der Markt mit rezeptfreien Medikamenten und der Versandhandel bisher keine große Rolle spielt.

Disapo.de ist Douglas zufolge zurzeit vor allem in Deutschland und China aktiv. Im Geschäftsjahr 2021 habe das Unternehmen mit rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Umsatz von 90 Millionen Euro erzielt. Das ist zwar bisher nicht gerade viel, doch ausschlaggebend ist der Kundenstamm. "Mit diesem Angebot erreichen wir auf einen Schlag Millionen von Kunden allein schon in Deutschland", sagte Stützle weiter.

Vorbereitung auf möglichen Börsengang

Douglas übernimmt Disapo.de von Gründer und CEO Sebastian Kraus, der auch Geschäftsführer des Unternehmens bleiben soll. Der Kaufpreis habe im mittleren zweistelligen Millionenbereich gelegen, hieß es.

Mit dem Ausbau des Digitalgeschäfts bereitet Müller das Unternehmen weiter auf einen möglichen Börsengang vor. Schließlich zahlen Investoren an der Börse für Digitalhändler deutlich mehr als für Filialisten. Und für Eigentümer und Finanzinvestor CVC könnte ein Börsengang die Chance auf einen lukrativen Ausstieg sein. Insidern zufolge könnte der Gang aufs Parkett noch Ende dieses Jahres erfolgen.

Douglas hat mehr als 2000 Filialen. Im Geschäftsjahr 2020/2021 erwirtschaftete die Kette in den Bereichen Parfümerie, dekorative Kosmetik, Haut- und Haarpflege sowie Nahrungsergänzung, Gesundheit und Accessoires einen Umsatz von 3,1 Milliarden Euro.

mg/dpa-afx, Reuters, AFP