Offizielle Bestätigung Douglas schließt fast jede siebte Filiale in Deutschland

Die Kosmetikkette Douglas wächst zwar online, in den Läden läuft es aber schlecht. Wie manager magazin bereits berichtete, will Douglas nun das Filialnetz um 500 Läden verkleinern.
Douglas-Filiale in Frankfurt: Die Kosmetikkette muss kürzertreten

Douglas-Filiale in Frankfurt: Die Kosmetikkette muss kürzertreten

Foto: Ralph Peters / imago images/Ralph Peters

Douglas-Chefin Tina Müller (52) streicht wie erwartet das Filialnetz der Parfümeriekette zusammen. Von europaweit 2400 Filialen sollen bis Herbst 2022 insgesamt rund 500 Läden mit rund 2500 Beschäftigten geschlossen werden, der Löwenanteil davon in Südeuropa, teilte der Konzern am Donnerstag mit. In Deutschland stehen rund 60 von mehr als 430 Geschäften vor dem Aus und damit weniger als befürchtet. manager magazin hatte bereits vor einigen Tagen über die Pläne zu den Filialschließungen berichtet . Die Folgen der Corona-Krise hätten die Pläne zur Schließung von Filialen noch beschleunigt, sagte Müller.

Im vergangenen Geschäftsjahr 2019/20 sorgte die Pandemie für ein gemischtes Bild in den Bilanzen: Das Onlinegeschäft florierte, die Filialen verloren dagegen an Umsatz. Insgesamt gingen die Erlöse um 6,4 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro zurück. Der operative Ertrag (bereinigtes Ebitda) schrumpfte um 16,7 Prozent auf 292 Millionen Euro. Unter dem Strich fuhr Douglas auch aufgrund von Abschreibungen einen Verlust von rund 517 Millionen Euro ein.

Im reinen Onlinegeschäft legte die Kette dagegen deutlich zu und übersprang im Kalenderjahr 2020 erstmals die Hürde von einer Milliarde Euro Umsatz. "Kein anderer europäischer Beautyhändler hat in diesem Jahr online absolut so stark zugelegt", sagte Müller - zudem verdiene Douglas hier auch Geld und fahre Margen im zweistelligen Prozent-Bereich ein. Das dürfte vor allem Douglas-Eigner CVC Capital Partners erfreuen. Schließlich will der Finanzinvestor die Parfümeriekette an die Börse bringen  - und da werden Onlineumsätze weit höher bewertet als die Einnahmen der Filialen.

Douglas hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, das Filialnetz auf den Prüfstand zu stellen. Die Corona-Pandemie beschleunigte den Wandel, denn sie sorgte dafür, dass noch mehr Kunden in die Onlineshops abwanderten. In vielen Ländern wurden Geschäfte abseits des Lebensmittelhandels zur Eindämmung der Pandemie geschlossen. Vor allem der Modehandel steht unter Druck, viele Händler brauchen staatliche Hilfen oder stehen vor dem Aus.

Rund 600 der insgesamt 2500 Stellen sollen in Deutschland gestrichen werden, sagte Müller weiter. Dabei werde es auch betriebsbedingte Kündigungen geben. Der Konzern, der vor einer Refinanzierungsrunde steht, wolle unter anderem durch die Schließungen vom kommenden Geschäftsjahr an einen Ebitda-Beitrag von rund 120 Millionen Euro jährlich heben. Douglas setzte trotz des Onlinewachstums auch in Zukunft auf die stationären Geschäfte, betonte Müller: "Wir glauben an die Filiale."

cr/Reuters
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