Parfümerien als Drogerien deklariert Douglas-Chefin Tina Müller entschuldigt sich - und schließt Filialen doch

Schneller Rückzieher: Die Idee von Douglas, mit einem Trick den Lockdown zu umgehen, kam nicht gut an. Jetzt erklärt Konzernchefin Tina Müller die sofortige Schließung aller Filialen.
Kurs korrigiert: Douglas-Chefin Tina Müller reagiert auf öffentlichen Unmut

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imago images/Future Image

Die Parfümeriekette Douglas nimmt ihre Entscheidung, im Lockdown Filialen geöffnet zu halten, mit sofortiger Wirkung zurück. "Für viele Menschen war unsere Entscheidung, einige Filialen mit Drogeriesortimenten offenzuhalten, nicht nachvollziehbar", sagte Douglas-Chefin Tina Müller (52) am Donnerstag. "Wir bitten diejenigen um Entschuldigung, die wir mit unserem Vorgehen befremdet oder vor den Kopf gestoßen haben", fügte sie hinzu. "Unser Onlineshop bleibt selbstverständlich offen", betonte sie.

Wir bitten diejenigen um Entschuldigung, die wir mit unserem Vorgehen befremdet oder vor den Kopf gestoßen haben.

Douglas-Chefin Tina Müller

Noch am Vortag hatte Douglas erklärt, ein Teil der Filialen sei für die Verbraucher auch im Lockdown geöffnet, denn diese böten den Großteil des klassischen Drogeriesortiments. Die Beschlüsse von Bund und Ländern zur Schließung des Einzelhandels sähen Ausnahmen vor. Danach dürften Drogerien auch weiterhin geöffnet bleiben: "Der Begriff Drogerie selbst ist rechtlich nicht spezifiziert." Nun sind die Filialen alle zu. Die Gewerkschaft Verdi in Hessen hatte Douglas ein Unterlaufen des Lockdowns vorgeworfen.

Bund und Länder hatten die vorübergehende Schließung des Einzelhandels verfügt, um die Verbreitung der Corona-Pandemie einzudämmen. Nicht betroffen davon ist aber der Lebensmittelhandel. Auch Drogerien sind als Versorger des täglichen Bedarfs ausgenommen.

Douglas gehört dem Finanzinvestor CVC unter Leitung von Alexander Dibelius (60), der für einen Verkauf  der hoch verschuldeten und vor fünf Jahren überteuert gekauften Kette zu erträglicher Rendite stärkere Profitabilität bräuchte. Ein starkes Weihnachtsgeschäft, das durch den Lockdown ausgebremst wird, könnte helfen. Andererseits hatten CVC und Douglas von sich aus auf die Schließung von Filialen mit ihren hohen Fixkosten und eine stärkere Rolle des Onlinehandels gesetzt.

ak/Reuters
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