Lidl, Aldi und Co Discounter müssen ab 2022 alte Elektrogeräte zurücknehmen

Alte Handys oder Taschenlampen müssen die Discounter künftig umsonst annehmen. Größere Altgeräte nur bei Kauf eines entsprechenden neuen Artikels. Auch Online-Händler werden künftig zur Abnahme verpflichtet.
Sammelstelle für Elektroschrott: Auch Discounter oder andere Lebensmitteleinzelhändler müssen künftig alte Elektrogeräte annehmen

Sammelstelle für Elektroschrott: Auch Discounter oder andere Lebensmitteleinzelhändler müssen künftig alte Elektrogeräte annehmen

Foto: Bernd Thissen/ picture alliance / dpa

Spätestens vom 1. Juli 2022 an sollen Verbraucherinnen und Verbraucher Elektroaltgeräte bei vielen Discountern oder anderen Lebensmitteleinzelhändlern kostenlos abgeben können. Für kleine Elektroaltgeräte, wie Handys oder Taschenlampen, gilt dies unabhängig vom Neukauf eines Produkts, für größere Altgeräte (über 25 Zentimeter) beim Kauf eines entsprechenden neuen Artikels. Das sieht eine Änderung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes vor, die der Bundestag am Donnerstag beschlossen hat.

Voraussetzung für die erweiterte Rücknahmepflicht ist eine Ladenfläche von mehr als 800 Quadratmetern. Zudem müssen die betroffenen Händler selbst mehrmals im Jahr Elektrogeräte anbieten. Hierfür reicht bereits der regelmäßige Verkauf von Lampen aus. Die Gesetzesnovelle sieht auch vor, dass alle Sammelstellen mit einer einheitlichen Kennzeichnung versehen werden. Auf diese Weise sollen Verbraucher die Sammelstellen schnell erkennen.

Nicht mal die Hälfte der alten Elektrogeräte werden gesammelt

Auch Online-Händler sollen ihren Kunden bei jedem Kauf von neuen Elektrogeräten eine kostenlose Abholung und Entsorgung der alten Geräte anbieten. Das Bundesumweltministerium geht davon aus, dass sich durch die neuen Regelungen die Sammel- und Recyclingquote erhöhen wird. "Leicht erreichbare Sammelstellen sind die beste Voraussetzung, um alte Elektrogeräte richtig zu entsorgen. Werden Altgeräte ordentlich gesammelt, können Schadstoffe verlässlich ausgeschleust und wertvolle Rohstoffe zurückgewonnen werden", sagte Ressortchefin Svenja Schulze (SPD).

Nach Angaben des Umweltministeriums wurden im Jahr 2018 zwar rund 86 Prozent der gesammelten Elektroaltgeräte recycelt. Allerdings wurden im selben Jahr nur rund 43 Prozent der in Verkehr gebrachten Elektroaltgeräte auch wirklich gesammelt. Schulze wies darauf hin, dass alte Handys, Taschenlampen oder Rasierer oft vergessen in Schubladen lagerten. "Andere Altgeräte enden im Restmüll oder werden illegal vermarktet", fügte sie hinzu.

Die Gesetzesänderung muss noch den Bundesrat passieren und soll am 1. Januar in Kraft treten. Für den Handel gilt eine Übergangsfrist von sechs Monaten.

rei/dpa-afx/AFP