Mittwoch, 20. November 2019

Wenn der Paketbote nicht mehr klingelt Amazon und das Rätsel um verloren gegangene Päckchen

Logistik: Wie die Paketdienste versuchen, der Päckchenflut Herr zu werden
DPA

2. Teil: Bashing in den Sozialen Netzen, Personalmangel auf der letzten Meile

Die Logistiker haben massive Probleme, überhaupt noch genug geeignete Mitarbeiter zu finden, die die Päckchen und Pakete ausliefern. Fahrer, insbesondere Berufskraftfahrer sind laut Bundesagentur für Arbeit Mangelware. Dabei bräuchte die Branche Schätzungen zufolge mindestens 100.000 neue Zusteller bis 2025.

Doch zu wenige Qualifizierte wollen den Job heute noch machen, was neben der Belastung auch an der oft unattraktiven Bezahlung liegt. Und an dem Image, das die Logistiker - auch in den eigenen Reihen - haben. Nur 53 Prozent aller Logistikunternehmen sehen sich laut einer aktuellen Studie selbst als attraktiven Arbeitgeber.

Die letzte Meile wird immer teurer

Personalmangel, dem die Post nun mit einem neuen Ausbildungsganz"zertifizierter Zusteller" begegnen will, in dem die Auszubildenden mit 2172 Euro im Monat starten und offenbar gleich voll arbeiten sollen. Ein Angebot, mit dem die Post vor allem auf Quereinsteiger abzielt.

In den vergangenen neun Jahren ist das Einkommen von Postboten der Regierung zufolge um rund 15,5 Prozent gesunken - eine Entwicklung, die vor allem an dem Modell der Subunternehmer liegt, die für viele Logistiker die Auslieferung an den Endkunden vornehmen.

Liegt der Einstiegstariflohn für Postboten noch bei 2044 Euro im Monat, zahlen viele Subunternehmer ihren Mitarbeitern nur noch den Mindestlohn von 8,84 Euro pro Stunde. In Städten wie München oder Hamburg werden wegen der höheren Lebenshaltungskosten bisweilen zwischen 13 und 17 Euro gezahlt.

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