Künftig drei Unternehmen Der Cornflakes-Riese Kellogg spaltet sich auf

Der US-Nahrungsproduzent Kellogg spaltet sich in drei Teile auf. Den Kern soll künftig das globale Snack- und Cerealien-Geschäft mit Marken wie Kellogg's, Frosties oder Pringles bilden. Ein Verkauf der zwei anderen Teile vor einer eigenständigen Börsennotierung schließt der Vorstand nicht aus.
Ceralien-Produkte von Kellogg: Der Konzern will sein nordamerikanisches Ceralien-Geschäft sowie den Bereich mit pflanzlichen Lebensmitteln in eigene Gesellschaften überführen

Ceralien-Produkte von Kellogg: Der Konzern will sein nordamerikanisches Ceralien-Geschäft sowie den Bereich mit pflanzlichen Lebensmitteln in eigene Gesellschaften überführen

Foto: John Raoux/ AP

Der Cornflakes-Riese Kellogg will sich in drei Unternehmen aufspalten. Abgespalten werden sollen zum einen das stagnierende Nordamerika-Geschäft mit Cornflakes, Rice Krispies und anderen Frühstücksflocken, zum anderen das Geschäft mit vegetarischen und veganen Fleischersatzprodukten, die zusammen rund 20 Prozent des Konzernumsatzes ausmachen. Das teilte Kellogg am Dienstag in Battle Creek im US-Bundesstaat Michigan mit.

Der Konzern wolle sich künftig auf das globale Geschäft mit Snacks wie "Pringles"-Chips und "Nutri Grain"-Riegeln sowie auf das Frühstücksflocken- und Cerealien-Geschäft außerhalb der USA, Kanadas und der Karibik konzentrieren, das höhere Wachstumsraten verspricht. Den Kellogg-Aktionären gefällt der Plan. Die Aktien von Kellogg  legten vorbörslich sieben Prozent zu.

Die Aufspaltung sei der nächste Schritt beim Umbau des Konzerns, der vor Jahren mit zahlreichen Übernahmen von Marken und Produkten begonnen habe, sagte Kellogg-Chef Steve Cahillane. "Jedes dieser Unternehmen soll mehr Wert für alle Beteiligten schaffen, und jedes ist in einer guten Ausgangslage, um eine neue Ära von Innovation und Wachstum zu prägen."

Das Europa-Geschäft werde fast vollständig zum künftigen Kerngeschäft gehören, das unter dem Arbeitstitel "Global Snacking Co." firmiert und das Cahillane weiter führen wolle. Das Unternehmen werde stärker wachsen als Kellogg heute. Von den 11,4 Milliarden Dollar Umsatz, die dieser Firmenteil zuletzt erwirtschaftete, kommen knapp 50 Prozent weiterhin aus den USA, zehn Prozent aber auch aus Afrika, wo Kellogg erfolgreich Nudeln verkauft.

In der "North America Cereal Co." landet das Geschäft mit Cornflakes, Froot Loops und Rice Krispies in Nordamerika, in dem Kellogg auf 2,4 Milliarden Dollar Umsatz kommt, das aber kaum noch wächst und deutlich geringere Gewinnmargen aufweist. Hier werde es zunächst um die Stabilisierung des Umsatzes und bessere Margen gehen.

Kellogg folgt dem Beispiel von GE, Johnson & Johnson und Kraft Foods

Die "Plant Co.", die mit vegetarischen und veganen Tiefkühl-Produkten vor allem unter der Marke "MorningStar Farms" rund 340 Millionen Dollar umsetzt, soll wie das Nordamerika-Geschäft bis Ende 2023 abgespalten werden. Die Kellogg-Aktionäre bekämen dann zusätzlich Aktien beider Firmen ins Depot gebucht. Cahillane schließt aber nicht aus, dass die Sparte stattdessen vorher verkauft wird.

Die Aufspaltung folgt ähnlichen Schritten, die im vergangenen Jahr General Electric und Johnson & Johnson unternommen haben. Auch andere große Lebensmittelkonzerne, darunter das früher als Kraft Foods bekannte Unternehmen, haben sich in den letzten Jahrzehnten aufgelöst.

rei/Reuters