Freitag, 21. Juni 2019

Trotz Verkauf des Deutschlandgeschäfts "Delivery Hero bleibt in Berlin"

Delivery Hero konnte im vergangenen Jahr deutlich mehr Bestellungen ausfahren

Essenslieferant Delivery Hero Börsen-Chart zeigen ist dank deutlich gestiegener Bestellungen kräftig gewachsen. Der Umsatz kletterte 2018 ohne das Deutschland-Geschäft, das im ersten Halbjahr 2019 den Besitzer wechseln soll, um 65 Prozent auf 687 Millionen Euro, teilte das seit Juni im MDax Börsen-Chart zeigen notierte Unternehmen am Mittwoch in Berlin mit. Bereinigt um Währungseffekte lag das Plus bei 77 Prozent.

Die Anleger reagierten positiv auf die Zahlen, an der Börse zog der Aktienkurs von Delivery Hero Börsen-Chart zeigen am Vormittag zunächst um mehr als 5 Prozent an.

Der Essenszusteller hatte im Dezember angekündigt, sein Deutschland-Geschäft für rund 930 Millionen Euro an den niederländischen

Konkurrenten takeaway.com zu abzutreten. Dies beinhaltete das operative Geschäft der Marken Lieferheld, Pizza.de und Foodora in Deutschland.

Konzernchef Niklas Östberg will den Hauptsitz des Unternehmens jedoch weiterhin in Berlin belassen, wie er am Mittwoch in einer Telefonkonferenz sagte: "Wir bleiben in Berlin. Das ist ein deutsches Unternehmen."

Eingedenk des verkauften Deutschland-Geschäft erreichten die Erlöse 792 Millionen Euro. Damit übertraf Delivery Hero die eigene Prognose und die Erwartungen der Experten. Das Umsatzziel für das laufende Jahr bestätigten die Berliner. Die bereinigte Marge 2018 für den Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll bei minus 18 Prozent liegen.

Konzernchef Niklas Östberg: "Wir bleiben in Berlin. Das ist ein deutsches Unternehmen."
Delivery Hero
Konzernchef Niklas Östberg: "Wir bleiben in Berlin. Das ist ein deutsches Unternehmen."

Analyst Marcus Diebel von der US-Bank JPMorgan bezeichnete das vierte Quartal des Essenslieferanten als sehr solide. Wie erwartet sei zudem der Ausblick bekräftigt worden. Auch Analyst Christoph Bast vom Bankhaus Lampe äußerte sich positiv. Delivery Hero habe abermals seine Schätzungen und die Umsatzerwartungen übertroffen, schrieb er. "Dies wurde durch ein stärker als erwartetes Wachstum in der Region Nahost/Nordafrika (MENA) sowie auf dem amerikanischen Kontinent erzielt, wohingegen Asien und Europa leicht hinter unserer und der Konsensschätzung blieb", erklärte er.


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Östberg: Delivery soll "deutscher Technologie-Spitzenreiter" werden

Die wichtigsten Märkte für Delivery Hero liegen Konzernchef Östberg zufolge in Nahost und Nordafrika. Neben der Türkei, Kuwait und Saudi-Arabien machten die Berliner auch in Südkorea gute Geschäfte. Ein Einstieg in neue Märkte sei jedoch vorerst nicht geplant. Über den Kauf weiterer Startups wollte Östberg keine Angaben machen. Ziel sei, aus dem Essenslieferanten einen "deutschen Technologie-Spitzenreiter" zu machen.

Das Umsatzziel für das laufende Jahr bestätigten die Berliner. Für 2019 erwarten sie Erlöse in Höhe von 1,08 bis 1,15 Milliarden Euro. Der bereinigte Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll in der Spanne von 270 bis 320 Millionen Euro liegen. Die Planung schließe nun zusätzlich geplante Investitionen von bis zu 250 Millionen Euro ein. Diese sollen unter anderem genutzt werden, um die Marktchancen vor allem in Asien und Lateinamerika auszubauen und Produkte zu verbessern. Ausführliche Zahlen für 2018 will Delivery Hero am 25. April veröffentlichen.

rei/Reuters/dpa-afx

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