Corona-Gewinner Aktie von Delivery Hero hebt ab

Der Essenslieferdienst Delivery Hero strebt nach der Übernahme des südkoreanischen Anbieters Woowa Umsätze von mehr als sechs Milliarden Euro in diesem Jahr an. Der Aktie des Dax-Unternehmens gibt das ordentlich Auftrieb.
Essen auf Rädern: Delivery Hero hat sich aus Deutschland zurückgezogen - und setzt auf Wachstum in Asien

Essen auf Rädern: Delivery Hero hat sich aus Deutschland zurückgezogen - und setzt auf Wachstum in Asien

Foto: Fabrizio Bensch/ REUTERS

Nach einem starken Auftakt werde für das Gesamtjahr ein Umsatz zwischen 6,1 und 6,6 Milliarden Euro angepeilt, teilte das in Berlin ansässige Unternehmen am Mittwoch mit. Damit würde Delivery Hero die Erlöse mehr als verdoppeln. Im vergangenen Jahr lagen sie bei 2,8 Milliarden Euro. In die Prognose ist der 5,7 Milliarden Euro schwere Woowa-Kauf bereits eingeflossen. Am Aktienmarkt kam die Zuversicht gut an. Die inzwischen im Dax notierte Aktie legte im frühen Handel um rund 2 Prozent zu. Später baute das Papier seine Gewinne an der Dax-Spitze auf bis zu 10,9 Prozent aus. Bis zum Börsenschluss gewann der Kurs 9,4 Prozent auf 140,05 Euro. In Deutschland ist Delivery Hero seit dem Verkauf des Geschäfts an den Lieferando-Eigner Just Eat Takeaway nicht mehr tätig.

Wegen der Ausgangsbeschränkungen und Hygieneregeln in der Corona-Pandemie bestellen viele Menschen ihre Mahlzeiten online bei Restaurants und lassen sie sich nach Hause liefern, was Delivery Hero zahlreiche Neukunden bescherte. Zugleich baut das Unternehmen, das in mehr als 40 Ländern aktiv ist, sein Geschäft schneller Lieferungen aus - nicht mehr nur von Mahlzeiten, sondern auch Lebensmitteln, Medikamenten, Blumen und Elektronikgeräten. Dieser Bereich "gewinnt immer mehr an Fahrt", sagte Finanzchef Emmanuel Thomassin. Im ersten Quartal stieg der Konzernumsatz um 116 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Das ist das neunte Quartal in Folge, in dem sich die Erlöse verdoppelten.

Konkurrenz bleibt groß

Allerdings ist die Konkurrenz groß und der Druck zu investieren hoch, was die Kosten in die Höhe treibt und dafür sorgt, dass Delivery Hero seit Jahren rote Zahlen schreibt. Im vergangenen Jahr verringerte sich der Konzernverlust auf 1,4 Milliarden Euro nach 1,63 Milliarden Euro 2019. Im laufenden Jahr soll sich nun zumindest der Betriebsverlust verringern. Delivery Hero peilt eine bereinigte Ebitda-Marge gemessen am Bruttowarenvolumen zwischen minus 1,5 und minus 2,0 Prozent an. Im vergangenen Jahr lag dieser Wert bei minus 4,6 Prozent.

la/Reuters
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