Philipp Markmann Delivery Hero schnappt sich Marketingexperten von L'Oréal

Delivery Hero hat Philipp Markmann von dem französischen Kosmetikkonzern L'Oréal abgeworben. Der Marketingmanager soll dem kriselnden Lieferdienst endlich zur Profitabilität verhelfen.
Im Dax gelistetes Unternehmen: Markmann heuert bei Delivery Hero in einer schwierigen Zeit an

Im Dax gelistetes Unternehmen: Markmann heuert bei Delivery Hero in einer schwierigen Zeit an

Foto: Britta Pedersen / dpa

Der Lieferdienst Delivery Hero hat einen neuen Manager: Philip Markmann (42) übernimmt die Position des Marketingchefs, wie die "Lebensmittelzeitung" am Dienstag berichtet. Eine offizielle Bestätigung gibt es nicht, aber Markmann hat bereits seinen LinkedIn-Eintrag geändert. Der Manager war zuvor bei dem französischen Kosmetikkonzern L’Oréal beschäftigt und dort einer der wichtigsten Entscheider im europäischen Marketing.

Wie die Zeitung weiter berichtet, legte Markmann bei L'Oréal eine steile Karriere hin: Nachdem er 2006 eingestiegen war, sei er fünf Jahre später in das internationale Marketingteam von Maybelline nach New York gewechselt, zwei Jahre später habe er dessen Leitung übernommen. Im Jahr 2015 sei er dann Chief Marketing Officer von L'Oréal für Deutschland geworden, zuletzt auch für ganz Westseuropa. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit habe dabei auf der Digitalisierung des Geschäfts gelegen.

Delivery Hero bislang nicht profitabel

Bei dem Dax-Konzern Delivery Hero heuert Markmann in einer schwierigen Zeit an. Die Berliner sind bislang trotz der hohen Nachfrage während des Corona-Lockdowns nicht profitabel. Allein 2020 fiel ein bereinigter Betriebsverlust von 568 Millionen Euro an. Nun droht dem Lieferdienst sogar ein Abstieg aus dem Dax – nach nur knapp zwei Jahren. Zuletzt war das Papier des Essenslieferanten an der Börse kräftig unter Druck geraten. Im Februar brach die Aktie um mehr als 30 Prozent ein, als Anlegern aufstieß, dass die Verluste höher ausfielen als erwartet und das Unternehmen beim Blick nach vorn vorsichtig war.

Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg will in diesem Jahr immerhin mit dem Essensliefergeschäft erstmals die Gewinnschwelle erreichen. Das Lebensmittelgeschäft wird aber weiter rote Zahlen schreiben.

Markmanns Hauptaufgabe wird es nun sein, mehr aus dem Unternehmen herauszuholen. Wie viel Geld dabei zur Verfügung steht, ist laut der "Lebensmittelzeitung" unklar. Klar sei nur, bei L’Oréal konnte der Manager auf ein wesentlich höheres Budget zurückgreifen. Die Düsseldorfer gehörten zu den größten Werbungtreibenden Deutschlands und seien dabei in allen großen Kanälen vertreten.

Delivery Hero hat laut dem Marktforschungsunternehmen Nielsen in den vergangenen zwei Jahren in Deutschland kaum Geld für klassische Werbung ausgegeben. Zuletzt zeigte das Unternehmen mit einer neuen internationalen Werbekampagne jedoch, dass es offensichtlich wieder mehr vorhat. Doch auch Gorillas, Flink und Lieferando wollen mit ihrer Werbung punkten.

sio