Nahrungsmittelriese vor Chefwechsel Danone beugt sich dem Druck der Aktionäre

Emmanuel Faber wird bei Danone einen Teil seiner Macht abgeben. Der französische Nahrungsmittelkonzern kommt damit Aktionären entgegen, die teils sogar die Absetzung des Managers gefordert hatten.
Emmanuel Faber: Der Danone-Chef ist laut eigenen Worten davon überzeugt, dass die getroffenen Entscheidungen, "die Umsetzung unseres Plans und unserer Mission viel stärker machen"

Emmanuel Faber: Der Danone-Chef ist laut eigenen Worten davon überzeugt, dass die getroffenen Entscheidungen, "die Umsetzung unseres Plans und unserer Mission viel stärker machen"

Foto: CHRISTIAN HARTMANN / REUTERS

Investoren drängen schon länger darauf, jetzt ordnet der Nahrungsmittelkonzern Danone seine Unternehmensspitze neu. Auf Vorschlag von Vorstandschef Emmanuel Faber (57) selbst will der Konzern die Funktionen des Vorstandsvorsitzenden und des Verwaltungsratspräsidenten künftig trennen, teilte das französische Unternehmen am Montagabend in Paris mit. Faber, der seit 2014 an der Spitze von Danone steht, hatte 2017 auch den Posten des Verwaltungsratschefs übernommen.

Jetzt sollen die Ämter wieder getrennt werden. Die Suche nach einem neuen Vorstandschef habe begonnen, heißt es in der Mitteilung . Sobald ein neuer CEO gefunden ist, werde sich Faber auf die Position an der Spitze des Verwaltungsrats konzentrieren.

Damit beugt sich der Konzern offenbar auch den Forderungen von Investoren. In der zweiten Februarwoche hatte die Investmentfirma Artisan Partners in einem offenen Brief den Nahrungsmittelhersteller zur Ämtertrennung aufgefordert. Zuvor hatte der aktivistische Investor Bluebell gar den Rücktritt von Faber gefordert, wie seinerzeit die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr.

Aktienkurs um fast ein Drittel eingebrochen

Artisan hielt zuletzt rund 3 Prozent der Anteile von Danone und gilt tendenziell als langfristig orientierter Investor, kritisiert Management-Entscheidungen aber auch immer wieder öffentlich. Im Fall von Danone liest sich das dann so: "Das Unternehmen hat eines der besten Portfolios in der weltweiten Lebensmittelbranche. Unglücklicherweise passt die finanzielle Entwicklung von Danone nicht zu der Qualität des Portfolios. Sie hinkt bei fast jeder Kennzahl hinterher." In Reaktion auf die sich schon zuvor aufbauende Kritik hatte Faber den Abbau von 2000 Jobs angekündigt und erklärt, das Produktportfolio zu entschlacken.

Zugleich kündigte das Unternehmen an, im Zuge seines Anpassungsplans "Local First", die Managementstrukturen in den verschiedenen Regionen zu vereinheitlichen, um die Entscheidungsprozesse zu vereinfachen und auch "beträchtliche Einsparungen zu erzielen".

Danone hatte im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben  trotz Corona-Pandemie seinen Nettogewinn leicht auf 1,96 Milliarden Euro gesteigert. Die Erlöse allerdings waren um 6,6 Prozent auf rund 23,6 Milliarden Euro gefallen und der Aktienkurs  im Coronajahr um fast ein Drittel eingebrochen.

rei