Freitag, 20. September 2019

Cyber Monday und Black Friday Wie Amazon und Co. Milliardenumsätze mit erfundenen Feiertagen generieren

5. Teil: Der Anti-Shopping-Tag: Buy Nothing Day (Kauf-nix-Tag)

Wurde auch schon in Südkorea gefeiert: Der Buy Nothing Day

Wer hat's erfunden?

Der kanadische Künstler Ted Dave, und zwar schon 1992 - übrigens in Vancouver, der Stadt, in der auch Greenpeace gegründet wurde. Die Idee, ausgerechnet am Black Friday, dem Höhepunkt des Konsumrausches (dieses Jahr am 23. November), einfach mal bewusst gar nichts zu kaufen, entfaltete einen gewissen Charme und sorgte für mediale Verbreitung - unter anderem dank der Adbusters Media Foundation, die mit ihrem Magazin Adbusters als intellektuelle Vorhut der Konsumkritik gilt. "Spend a day without spending" ist das Motto der Aktion, die sich als Beitrag zum Ausweg aus der "Shopocalypse" sieht. In Europa wird er am Samstag begangen, also in diesem Jahr am 24. November.

Wo shoppen?

Nirgendwo. Und lassen Sie, wenn Sie es ernst meinen, an diesem Tag auch den Rechner aus, um nicht online von Werbebannern in Versuchung geführt zu werden. Wenn Sie es gar nicht aushalten, können Sie natürlich in diversen Online-Shops fündig werden, die den Tag für die Geschäftsidee nutzen, T-Shirts mit dem Aufdruck "Buy nothing today" an den Mann und die Frau zu bringen. Muss ja nicht jeder Wegweiser in die Richtung rennen, die er anzeigt.

Was bringt es?

Ein Innehalten im Konsumrausch - denn die meisten Läden und Onlineshops verkaufen in ohnehin volle Schränke. In Deutschland ist der Tag als "Kauf-nix-Tag" weithin unbekannt, aber wird dennoch jedes Jahr ebenso optimistisch wie beharrlich von Portalen wie Utopia.de ausgerufen. Am Kauf-nix-Tag nichts zu kaufen, um sich dann am nächsten Tag wieder ins Konsumgetümmel zu stürzen, ist natürlich relativ sinnlos; aber es kann eine interessante Erfahrung sein, sich einmal bewusst zu machen, wie selbstverständlich man jeden Tag irgendetwas kauft. Organsationen wie Greenpeace nutzen den Tag regelmäßig zu konsumkritischen Aktionen, zeigen auf, wie viel unnütz gekauft wird und was Alternativen sein können: Kleidung tauschen, Dinge reparieren.

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