Donnerstag, 19. September 2019

Cyber Monday und Black Friday Wie Amazon und Co. Milliardenumsätze mit erfundenen Feiertagen generieren

4. Teil: Amazon Prime Day: Der Jeff-Bezos-Gedenktag

Amazon schreibt sich seine Shopping-Feiertage selbst in den Kalender - und die Verbraucher machen gerne mit.

Wer hat's erfunden?

Na wer wohl - wenn es nicht genug Konsum-Anlässe gibt, erfindet man eben selbst welche. Amazon macht es vor: 2015 erfand der Handelsriese anlässlich seines 20. Jubiläums am 11. Juli den "Amazon Prime Day" mit speziellen Angeboten für seine mittlerweile weltweit mehr als 100 Millionen Kunden des Premiumservices Amazon Prime, der für eine jährliche oder monatliche Gebühr schnellen Versand und Streamingdienste bietet. 2017 war der Prime Day sogar 36 Stunden lang, beginnend am Mittag des 16. Juli; zuvor war der Prime Day immer auf den zweiten Dienstag im Juli gefallen, für 2019 ist das Datum noch nicht bekannt gegeben, durch eine geleakte Anzeige soll laut Business Insider aber der 16. Juli (ein Dienstag) unabsichtlich bekannt geworden sein. Andere Quellen rechnen mit dem 11. oder 18. Juli.

Wo shoppen?

Nun ja, der Name des Shopping-Feiertags legt schon eine gewisse Vermutung nahe, wem er besonders am Herzen liegt und wo es Angebote geben könnte. Bei Verbraucherschützern ist der Amazon Prime Day nicht sonderlich beliebt, weil er die Kunden so unter Druck setzt - die Angebote wechseln häufig, ohne Prime-Mitgliedschaft läuft ohnehin nichts.

Irreführend sei, so etwa die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, dass die Rabattangaben auch der Prime-Day-Angebote sich an den unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller orientieren, die viel höher sind als die Durchschnittspreise im Handel. Mehr als 40 Prozent der rabattierten Angebote sollen allerdings Amazon zufolge von externen Unternehmen stammen, die Amazon als Handelsplattform nutzen. Allerdings gab es auch hier immer wieder Kritik - denn manche kleineren Händler fühlten sich vom Amazon-eigenen Sortiment erdrückt und hatten zum Teil sogar Umsatzrückgänge zu verkraften.

Was bringt es?

2017 meldete Amazon gegenüber dem Prime Day des Vorjahres einen Umsatzzuwachs von mehr als 50 Prozent. Laut Amazon übertraf der Prime Day 2018 noch einmal den Vorjahreswert und war sogar umsatzstärker als Black Friday und Cyber Monday. Mehr als 100 Millionen Artikel wurden verkauft. Besonders beliebt: Das Lockangebot "Amazon Music Unlimited" mit 50 Millionen Liedern für 99 Cent für vier Monate.

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung