Freitag, 22. November 2019

Cyber Monday und Black Friday Wie Amazon und Co. Milliardenumsätze mit erfundenen Feiertagen generieren

2. Teil: Cyber Monday und Black Friday: Die US-Importe

Wer hat's erfunden?

Der Black Friday, der schwarze Freitag, liegt immer einen Tag nach dem amerikanischen Feiertag Thanksgiving, in diesem Jahr also am 23. November. In den USA ist der vierte Freitag im November ein Brückentag, den viele Verbraucher gern für Weihnachtseinkäufe nutzen. Seit den 1930er Jahren ist das so. Warum der Black Friday so heißt, ist allerdings nicht eindeutig; belegt ist der Begriff erst seit den 1960er Jahren. Es gibt mehrere Theorien: Entweder, weil die Einkaufsstraßen schwarz vor Menschen seien - oder auch, weil die Händler an diesem Tag sicher schwarze Zahlen schreiben können.

Zum Cyber Montag (dieses Jahr am 26. November) hin, den der Online-Handel vor 15 Jahren ins Leben rief, gibt es einen Countdown: Kunden können bei Amazon schon in dieser Woche bis zum Freitag, 18. November, täglich mehrere Tagesangebote shoppen. Ab dem 19. November bietet Amazon täglich spezielle Angebote im Fünf-Minuten-Takt, von sechs bis 20.15 Uhr.

Wo shoppen?

Viele Läden in den USA öffnen am Black Friday bereits in den frühen Morgenstunden und locken mit Rabattaktionen und Sonderangeboten. In Deutschland fokussiert sich das Black-Friday-Geschäft vor allem auf den Online-Handel, auch wenn sich einige stationäre Ketten vor allem im Technik-Bereich anschließen. Amazon heizt den Hype kräftig an und setzt Kunden auch zeitlich unter Druck: "Vom 19. bis 26. November 2018 findet hier die Cyber-Monday-Woche statt. Sichern Sie sich bereits heute großartige Angebote in unserem Countdown - täglich ab 6 Uhr neue Angebote im 5-Minuten-Takt. Greifen Sie schnell zu, denn Angebote gelten höchstens solange wie angegeben bzw. solange der Vorrat reicht - und der kann blitzschnell vergriffen sein." Neue Angebote werden ein paar Stunden vorher angekündigt.

Verbraucherschützer kritisieren, dass die Rabatte künstlich aufgebläht werden - weil oft mit den unverbindlichen Verkaufspreisen der Hersteller verglichen wird, die ohnehin kaum ein Händler verlangt. Bevor man auf ein scheinbar fantastisches Angebot klickt, sollte man, so die Empfehlung, mindestens zwei verschiedene Preisvergleichsportale bemühen. Besonders aufpassen sollten Verbraucher bei allzu verlockenden Preisen, denn auch Betrüger machen sich die Kaufrausch-Stimmung Ende November gern zunutze - auf keinen Fall sollte man über Vorkasse bezahlen, sondern über die sichere Amazon-Kasse auschecken. Bei unbekannten Shops im Internet sollte man auf Gütesiegel wie "Trusted Shop" oder TÜV-Siegel achten. Aber das sollte man natürlich immer - nur sind im Umfeld der großen Shopping-Feiertage vermehrt Betrüger mit Angeboten unterwegs, die zu gut klingen, um wahr sein zu können.

Was bringt es?

Mit einem weltweiten Umsatz von 6,59 Milliarden US-Dollar (rund 5,73 Milliarden Euro) galt der Cyber Monday übrigens 2017 als Rekordtag des vergangenen Jahres im Online-Handel. Nach einer Studie, die Ebay und das Kölner Handelsforschungsinstitut ECC gemeinsam betrieben, ändern die aus den USA importierten Shopping-Feiertage auch das deutsche Einkaufsverhalten: Viele Umsätze verlagern sich von der ersten Dezemberhälfte auf Ende November. In Deutschland setzte sich der Black Friday ab etwa 2007 durch, der Cyber Monday zwei Jahre später.

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