Mittwoch, 27. Mai 2020

Signa-Reich im Krisenmodus Wo es in René Benkos Reich rumort

René Benko: Der österreichische Immobilienunternehmer hat neben Galeria Karstadt Kaufhof noch ein paar weitere Baustellen
Marcel Kusch/dpa
René Benko: Der österreichische Immobilienunternehmer hat neben Galeria Karstadt Kaufhof noch ein paar weitere Baustellen

Wenn es um seine Außenwirkung geht, ist René Benko derzeit ziemlich sensibel. Als in der vergangenen Woche die österreichische "Kronen-Zeitung" den österreichischen Investor zum potenziellen Corona-Gewinner erklärte, den die Corona-Krise zum Luxusurlaub in seinem Chalet in Lech zwinge, schoss Benko über seine Juristen scharf zurück. Zum einen wegen der "Verletzung des Privat- und Familienlebens" des Österreichers. Zum anderen wegen des falschen "kreditschädigenden Hinweises", Staatsgarantien an Galeria Karstadt Kaufhof seien am mangelnden Eigenkapital Benkos gescheitert. Schließlich habe Benko ja noch in der vergangenen Woche 140 Millionen Euro an das mittlerweile im Schutzschirmverfahren befindliche Unternehmen überwiesen, so die Juristen.

Der Artikel ist mittlerweile verschwunden. Doch die Auseinandersetzung mit dem österreichischen Presseerzeugnis ist ohnehin nur ein Scharmützel, schaut man sich an, wo es in Benkos Reich gerade überall hakt.

Denn mit seiner expansiven Politik hat sich Benko auch noch weitere Unternehmen einverleibt, die aktuell massiv unter der Corona-Krise leiden.

Beispielsweise den österreichischen Möbelhändler Kika/Leiner, den Benko mit seiner Übernahme - angeblich für einen symbolischen Euro - 2018 vor der Insolvenz gerettet hatte. Angesichts von Corona sind laut Webseite sämtliche Läden zu. Fast alle 4200 Mitarbeiter befinden sich laut "Der Standard" in Kurzarbeit.

Das Unternehmen soll der Zeitung zufolge weiter Verluste schreiben. Zudem hatte Leiner erst vor wenigen Wochen "große Investitionen in Einrichtungshäuser, Marketing und E-Commerce" angekündigt. Dass nun nach Ostern in Österreich erst einmal Garten- und Baumärkte wieder öffnen dürfen, bevor auch Möbelhändler ihre Tore aufmachen, dürfte da nicht zur Beruhigung beitragen.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2020
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung