Mittwoch, 8. April 2020

Wegen gestiegener Nachfrage Amazon stellt 100.000 zusätzliche Mitarbeiter ein

Amazon-Paket auf Förderband

Der weltgrößte Online-Händler Amazon will einem starken Anstieg der Bestellungen aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus mit einer Einstellungsoffensive begegnen. Das Unternehmen kündigte am Montag an, in den USA 100.000 zusätzliche Voll- und Teilzeitkräfte für Lager und Auslieferung anzuheuern, um die gestiegene Nachfrage bewältigen zu können. Zudem will Amazon die Stundenlöhne für Beschäftigte in den USA, Kanada und Europa erhöhen. Dafür will der Konzern über 350 Millionen Dollar aufwenden.

Damit will sich Amazon, das angesichts von Hamsterkäufen und der Schließung vieler Läden in Zeiten der Coronakrise einen deutlichen Nachfrageanstieg verzeichnet, als potenzieller Arbeitgeber für Mitarbeiter anderer Branchen etablieren, die angesichts der Krise ihre Dienste zurückfahren oder sogar vorübergehend aussetzen müssen.

"Wir wollen, dass diese Leute wissen, dass sie in unserem Team willkommen sind bis die Dinge sich normalisieren und ihre alten Unternehmen sie wieder einstellen können, schreibt Amazon in dem Blogpost. Auch andere Branchen wie Supermärkte, die aktuell eine verstärkte Nachfrage erfahren, mühen sich aktuell um zusätzliches Personal.

In dem Blog stellt Amazon seine Geschäfte in der Coronavirus-Krise im Kern wie eine Hilfsaktion dar. Während die Pandemie anhalte, helfe Amazon mit seinem Partnernetzwerk Gemeinden weltweit "wie wenige andere es können" - auch durch die Versorgung mit wichtigen Lieferungen bis an die Haustüren bedürftiger Menschen. Dies sei in Zeiten sozialer Abgrenzung aufgrund des Virus besonders für Ältere und Schwache wichtig. Dass die vielen Bestellungen Amazon gute Geschäfte bescheren dürften, thematisiert der Konzern in dem Blog nicht.

Coronafälle bei Amazon in Europa

Angesichts der gestiegenen Nachfrage seien derzeit einige Produkte und Marken besonders im Konsumgüterbereich nicht verfügbar, schreibt Amazon weiter. Zudem hätte sich zum Teil die Lieferzeiten verlängert.

Neben der Bewältigung der gestiegenen Nachfrage hat Amazon derzeit auch noch anderen Herausforderungen zu bewältigen. So haben sich laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg in Europa mindestens fünf Beschäftigte mit dem Coronavirus infiziert. Das Amazon die Lager in Spanien und Italien, in denen diese Menschen arbeiteten, nicht schloss, wurde von Gewerkschaftsvertretern scharf kritisiert. Laut Bloomberg riefen Arbeitnehmervertreter in Italien sogar zur Bestreikung des größten Amazon-Logistik-Hubs des Landes in Castel San Giovanni auf.

mit Material von Reuters, dpa-afx

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