Mittwoch, 1. April 2020

Bananenhändler Chiquita lehnt Übernahmeangebot von Orangensaftkönig Cutrale ab

Bananenhändler in Havanna, Kuba: Chiquita will sich nicht von der brasilianischen Cutrale-Gruppe schlucken lassen

Bananenhändler Chiquita hält an seinen Fusionsplänen fest. Die brasilianische Cutrale-Gruppe hatte am Montag ein Übernahmeangebot vorgelegt - das hat der Verwaltungsrat nun ausgeschlagen. Chiquita sucht weiter den Zusammenschluss mit dem irischen Konkurrenten Fyffes.

Charlotte - Der Bananenriese Chiquita will sich nicht mit Orangen einlassen. Das Übernahmeangebeot des Unternehmens von "Orangensaftkönig" José Luís Cutrale sei unangemessen und nicht im besten Interesse des Unternehmens und seiner Aktionäre, teilte Chiquita am Donnerstag mit.

Der Verwaltungsrat habe einstimmig beschlossen, am ursprünglich geplanten Zusammenschluss mit dem irischen Bananenhändler Fyffes festzuhalten. Dem Orangensafthersteller und dem mit ihm zusammen bietenden Firmenkonglomerat Safra Group würden daher keine Informationen gegeben, es werde jetzt auch keine Diskussion und Verhandlungen geben.

Cutrale und Safra hatten am Montag ein Übernahmeangebot für Chiquita vorgelegt. Die Aktionäre des US-Unternehmens sollen 13 Dollar in bar für jeden Anteilschein erhalten. Das Angebot kommt mehr als ungelegen. Denn eigentlich will sich der Bananenhändler mit seinem irischen Konkurrenten Fyffes mittels Aktientausch zusammenschließen. Ein Vergleich der Angebote ist daher schwierig. Cutrale sagte aber, dass der Angebotspreis um 29 Prozent über dem Schlusskurs vom Freitag vor der Offerte liege. Am Donnerstag sackten Chiquita-Titel in einer ersten Reaktion im nachbörslichen Handel etwas ab.

Irischer Steuertrick

Chiquita hat schlechte Jahre hinter sich: Das weltbekannte Unternehmen war in den vergangenen Jahren stetig geschrumpft und musste Millionenverluste verdauen. Durch die Hochzeit mit der etwa halb so großen Fyffes sollen die schärfsten Rivalen Dole und Del Monte auf Abstand gehalten werden.

Ziel der geplanten Verschmelzung mit den Iren dürfte aber nicht zuletzt auch sein, Steuern zu sparen. In Irland kassiert der Fiskus viel weniger von Unternehmen. Deshalb schlucken US-Konzerne gerne irische Firmen und verlagern dann ihren Sitz dorthin. Cutrale und Safra wollen die Übernahme bis Jahresende in trockenen Tüchern haben.

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