Dienstag, 16. Juli 2019

Hohe Abfindungen belasten Ceconomy Media-Saturn-Mutter stoppt Umsatzschwund

Die Elektronikmärkte der Handelskette Ceconomy haben im Weihnachtsgeschäft ihre Umsatz steigern können

Das wichtige Weihnachtsgeschäft lief für Ceconomy besser. Die Media-Saturn-Mutter konnte im ersten Geschäftsquartal die Erlöse leicht steigern. Das operative Ergebnis aber fiel deutlich zurück, weil Kosten für den abrupten Managementwechsel die Bilanz belasteten.

Die Elektronikhandelskette Ceconomy Börsen-Chart zeigen hat im wichtigen Weihnachtsgeschäft ihren Abwärtstrend beim Umsatz gestoppt. Ceconomy habe mit den Töchtern Media Markt und Saturn im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 vor allem durch ein Plus im Online-Geschäft den Umsatz um 1,7 Prozent auf 6,879 Milliarden Euro gesteigert, teilte die Holding am Freitag mit.

Der abrupte Managementwechsel im vergangenen Jahr kommt Ceconomy aber teuer zu stehen. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) schrumpfte um rund 20 Prozent auf 234 Millionen Euro. 34 Millionen Euro kosteten Ceconomy die Managementwechsel auf der ersten und zweiten Führungsebene - unter anderem durch die Abgänge von Konzernchef Pieter Haas und Finanzvorstand Mark Frese, die nach einem Gewinneinbruch im vergangenen Geschäftsjahr das Unternehmen verlassen mussten.

Analysten hatten mit einem Umsatz von 6,7 Milliarden Euro und einem Ebitda von 295 Millionen Euro gerechnet. Ihre Jahresprognose bekräftigten die Düsseldorfer und erwarten weiter ein leichtes Umsatzwachstum bei einem leichten Rückgang des operativen Ertrags Ebitda und Ebit.

Anfang März übernimmt eine neue Führungsspitze bei Ceconomy das Ruder. Der ehemalige Chef der Autowerkstattkette A.T.U., Jörn Werner, soll die Firma dann als neuer Vorstandschef wieder in die Spur bringen, Karin Sonnenmoser wird neue Finanzchefin, Haag Molkenteller bleibt Leiter Recht und Compliance (CLCO). Die alte Führungsspitze um Vorstandschef Pieter Haas hatte im vergangenen Jahr nach mehreren Gewinnwarnungen das Handtuch geworfen.

Was der Großaktionär Freenet von der neuen Spitze erwartet

Ceconomy-Großaktionär Freenet hatte schon Aufgaben für die neue Ceconomy-Spitze umrissen. "Eine wichtige Aufgabe für ein neues Management-Team ist es, die Strategie besser auf allen Ebenen zu kommunizieren", hatte Freenet-Chef Christoph Vilanek der Nachrichtenagentur Reuters gesagt. Bei Lagern und Logistik "kann und muss man zentralisieren."

Der Ceconomy-Vorstand ist komplett: Jörn Werner (CEO), Karin Sonnenmoser (CFO), Haag Molkenteller (CLCO, Leiter Recht und Compliance)

Freenet war im vergangenen Juni über eine Kapitalerhöhung bei Ceconomy eingestiegen und hält nun einen Anteil von rund 9,1 Prozent. Viel Freude hat Vilanek das Engagement bislang nicht gebracht - Freenet hatte damals 8,50 Euro je Stückaktie und damit deutlich mehr gezahlt, als die Anteilsscheine aktuell wert sind. Die neue Finanzchefin Sonnenmoser will nun "verloren gegangenes Vertrauen, nicht zuletzt im Kapitalmarkt, wiederaufbauen".

rei/Reuters/dpa

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