Sonntag, 21. April 2019

Krise bei Media-Markt-Mutter geht weiter Ceconomy streicht Dividende - Aktie auf Rekordtief

"2019 wird ein des Umbruchs" : Ceconomy, der Mutterkonzern von Media Markt und Saturn hat seine Probleme noch nicht gelöst

Die Krise bei Ceconomy ist noch nicht zu Ende. Der Media-Markt-Mutterkonzern streicht nach einem Krisenjahr die Dividende. Für das laufende Geschäftsjahr 2018/2019 rechnet das Unternehmen mit weniger Gewinn.

Deutschlands größter Elektronikhändler Ceconomy Börsen-Chart zeigen kommt nicht zur Ruhe. Nach dem Abgang von Vorstandschef Pieter Haas und einem herben Gewinneinbruch streicht der Mutterkonzern von Media-Markt und Saturn jetzt die Dividende für seine Aktionäre.

Die Prognose für das neue Geschäftsjahr macht wenig Hoffnung. Investitionen in Logistik und Computersysteme sollen das Unternehmen wieder in die Spur bringen. Zudem kündigte der Vorstand Änderungen in den Verwaltungs- und Zentraleinheiten von MediaMarktSaturn an - die erst einmal Geld kosten.

Am Finanzmarkt kamen die Nachrichten schlecht an. Die Aktie brach am Vormittag um zeitweise 16 Prozent ein auf ein Rekordtief bei 3,013 Euro. Zuletzt kostete sie mit minus 12 Prozent 3,158 Euro. Damit hat das Unternehmen seit Jahresanfang gut drei Viertel seines Börsenwertes verloren.

Nur knapp schwarze Zahlen erreicht

Bei den Anlegern dürfte neben den Aussichten für das laufende Geschäftsjahr vor allem die gestrichene Dividende für Frust sorgen. Analysten hatten im Schnitt eine Ausschüttung von 21 Cent je Aktie erwartet. Doch der Vorstand sieht nach eigenem Bekunden "keine sinnvolle Basis für eine Dividendenausschüttung für das vergangene Geschäftsjahr". Lieber will er das Geld nutzen, um den Umbau des Unternehmens schnellstmöglich voranzutreiben.

"Im vergangenen Geschäftsjahr sind unsere Ergebnisse hinter unseren Erwartungen und denen unserer Aktionäre zurückgeblieben", räumte Vorstandsmitglied Dieter Haag Molkenteller ein. Eine gute Umsatzentwicklung im Online- und Service-Geschäft belege jedoch, dass die Eckpfeiler der Strategie stimmten. Zu dem geplanten Umbau der Verwaltung muss der Vorstand Genaueres aber erst noch beschließen. Zudem werde es etwa ein halbes Jahr dauern, um die grundsätzlichen Dinge zu richten, hieß es am Morgen.

Im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 hielt sich Ceconomy nur knapp in den schwarzen Zahlen. Den Gewinneinbruch führte das Unternehmen auf eine schwache Nachfrage sowie eine Abschreibung auf die Beteiligung am Handelskonzern Metro Börsen-Chart zeigen zurück, aus dessen Aufspaltung Ceconomy 2017 hervorgegangen war.

Herber Gewinneinbruch

Unter dem Strich verdiente Ceconomy in den zwölf Monaten bis Ende September 23 Millionen Euro nach 206 Millionen ein Jahr zuvor. "Neben dem moderaten Weihnachtsgeschäft hat die schwache Kundenfrequenz - verstärkt durch das ungewöhnlich heiße Wetter im Juli und August - Umsatz und Ergebnis weiter belastet", sagte der scheidende Finanzvorstand Mark Frese. Die Erlöse gingen - wie bereits bekannt - um knapp ein Prozent auf 21,4 Milliarden Euro zurück. Vor allem in Deutschland und der Schweiz liefen die Geschäfte schlecht. Der operative Gewinn (Ebit) brach um 15 Prozent auf 419 Millionen Euro ein, übertraf aber die Erwartungen von Branchenexperten.

Für das laufende Geschäftsjahr 2018/19 stellte der Vorstand ein leichtes Umsatzplus in Aussicht. Der operative Gewinn dürfte aber leicht sinken, wenn man die Beiträge aus der Beteiligung am französischen Konkurrenten Fnac Darty herausrechnet. Auch Wechselkursschwankungen sowie den Kauf und Verkauf von Unternehmensteilen klammert Ceconomy bei der Prognose aus.

Die Suche nach einem neuen Vorstandschef und einem neuen Finanzvorstand geht unterdessen weiter. Pieter Haas hatte nach zwei Gewinnwarnungen in Folge im Oktober den Hut nehmen müssen. Finanzvorstand Mark Frese verlässt das Unternehmen Ende Dezember. Bis ein neuer Finanzchef gefunden ist, übernimmt das bisherige Aufsichtsratsmitglied Bernhard Düttmann den Posten.

rei/mg/dpa/Reuters

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