Ceconomy-Hauptversammlung Media Markt und Saturn bleiben stationärem Handel treu

Auch beim Elektronikhändler Ceconomy stiegen in der Corona-Krise die Online-Umsätze. Doch das Management stellt klar: Die Zukunft von Media Markt und Saturn liegt im stationären Handel. Auf der Hauptversammlung äußerte sich der Aufsichtsrat zudem zur Chefsuche.
Media Markt in Düsseldorf: Der Elektronikhändler Ceconomy will Umsätze weiterhin vor allem in seinen Läden erzielen

Media Markt in Düsseldorf: Der Elektronikhändler Ceconomy will Umsätze weiterhin vor allem in seinen Läden erzielen

Foto: Patrik Stollarz/ Getty Images

Der Elektronikhändler Ceconomy - bekannt für seine Tochterunternehmen Media Markt und Saturn - will trotz des Online-Booms in der Corona-Krise weiter an den Ladenketten festhalten. Der Konzern setze auf die Verbindung von stationärem Handel und Online-Geschäft, sagte Konzernchef Bernhard Düttmann (61) am Mittwoch auf der Online-Hauptversammlung des Unternehmens.

"Die Basis bildet das Geschäft in den Märkten", betonte Düttmann. "Die Rückkehr der Kunden nach dem ersten Lockdown hat uns darin bestätigt, dass der stationäre Handel mit persönlicher Beratung, eingebettet in unsere Omnichannel-Strategie, weiterhin das Rückgrat unseres Erfolges ist", betonte der Manager. Dies werde durch das Online-Geschäft komplementiert. Daran ändere auch die Pandemie nichts.

Allerdings hat das Online-Geschäft auch für Ceconomy in der Pandemie massiv an Bedeutung gewonnen. Im wichtigen Weihnachtsquartal machte der Handelsriese bereits rund 30 Prozent seiner Umsätze im Internet.

Düttmann betonte, dass Corona neben großen Herausforderungen für den Konzern auch neue Möglichkeiten etwa beim Verkauf von Verbraucherelektronik für das Homeoffice biete. "Die Ausstattung von Schulen beispielsweise - aber auch von kleinen und mittelständischen Unternehmen - bietet für uns viele Chancen."

Neuer Ceconomy-Chef gesucht

Wichtigster Punkt auf der Hauptversammlung ist die Entscheidung der Aktionäre über die Beilegung des seit Jahren dauernden Zwists von Ceconomy mit der Familie Kellerhals. Dabei soll die Familie des Media-Markt-Mitgründers im Zuge eine Kapitalerhöhung ihre Anteile an der Media-Saturn-Holding gegen eine Beteiligung von bis zu 29,99 Prozent an Ceconomy tauschen und so größter Ceconomy-Aktionär werden.

Dies würde dem Elektronikhändler Düttmann zufolge nicht nur eine Vereinfachung seiner Strukturen erlauben, sondern auch die Nutzung von Verlustvorträgen in Milliardenhöhe ermöglichen. Die derzeitigen Ceconomy-Hauptanteilseigner haben Düttmann zufolge bereits ihre Zustimmung zu der notwendigen Kapitalerhöhung signalisiert.

Unterdessen sucht Ceconomy intensiv nach einem neuen Vorstandschef, wie der scheidende Aufsichtsratschef Jürgen Fitschen (72) bei der Hauptversammlung sagte. Ein Personalberater sei eingeschaltet. Zu Namen möglicher Kandidaten wolle er sich nicht äußern. Zwar gab es bis vor Kurzem mit Michael Rauterkus (54), dem ehemaligen Chef des Badezimmerausstatters Grohe, nach Informationen von manager magazin einen klaren Favoriten. Der ist aber nach einem Veto des künftigen Aufsichtsratschefs Thomas Dannenfeldt (54) wieder aus dem Rennen . Düttmanns Vertrag läuft im Oktober aus.

Die Suche nach einem neuen Chef muss Fitschens designierter Nachfolger an der Spitze des Aufsichtsrats, der ehemalige Telekom-Finanzvorstand Dannenfeldt, vorantreiben. Er soll bei der Hauptversammlung in das Kontrollgremium und danach an die Spitze des Aufsichtsrats gewählt werden. Ceconomy sei ein "unglaublich spannendes Unternehmen", sagte Dannenfeldt: "Da steckt eine Menge drin."

cr/DPA, Reuters
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