Mittwoch, 13. November 2019

Gute Geschäfte in Deutschland Ceconomy erhöht nach erfolgreichem Quartal die Prognose

Logos von Media Markt und Saturn: Die Konzernmutter Ceconomy überrascht Anleger nach den Personalquerelen mal mit guten Nachrichten
Armin Weigel/dpa
Logos von Media Markt und Saturn: Die Konzernmutter Ceconomy überrascht Anleger nach den Personalquerelen mal mit guten Nachrichten

Dank einer besser als erwartet ausgefallenen operativen Geschäftsentwicklung in Spanien, Italien und Deutschland im vierten Quartal blickt der Elektronikhändler Ceconomy nun optimistischer auf das Geschäftsjahr. Das Ergebnis dürfte zum Vorjahr unverändert ausfallen, teilte der Mutterkonzern von Media Markt und Saturn in Düsseldorf mit.

Bisher war Ceconomy von einem leichten Rückgang bei Ebit (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) und Ebitda (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) ausgegangen. Das Ebit soll im Geschäftsjahr 2018/19 nun bei 399 Millionen Euro liegen und das Ebitda bei 630 Millionen Euro.

Nicht enthalten sind Ergebnisbeiträge aus der Beteiligung an dem französischen Elektronikhändler Fnac Darty. Ebenfalls nicht berücksichtigt wurden Wechselkursveränderungen, Aufwendungen für Änderungen im Portfolio, Aufwendungen im Zusammenhang mit dem am 29. April verkündeten Kosten- und Effizienzprogramm sowie für Führungswechsel im Top-Management im ersten Quartal des Geschäftsjahres.

Anleger reagieren erfreut auf die vorläufigen Zahlen

An der Börse kamen die Neuigkeiten sehr gut an. Der Aktienkurs von Ceconomy Börsen-Chart zeigenlegte auf der Handelsplattform Tradegate um knapp 4 Prozent zu.

Der währungs- und portfoliobereinigte Umsatz ist den Angaben zufolge im Geschäftsjahr um 0,8 Prozent auf 21,5 Milliarden Euro gestiegen. Damit seien die Erlösziele erreicht worden, hieß es. Im vierten Quartal war der Umsatz um 0,5 Prozent auf fünf Milliarden Euro gestiegen. Das komplette Zahlenwerk will Ceconomy eine Woche vor Heiligabend vorlegen.

Das Unternehmen hatte erst vor einigen Tagen einen Wechsel im Topmanagement bekanntgeben. Nach nur sieben Monaten an der Spitze des Konzerns musste Vorstandschef Jörn Werner seinen Hut nehmen. Für ihn wurde Bernhard Düttmann zum vorläufigen neuen Konzernchef für die nächsten zwölf Monate ernannt.

Unstimmigkeiten zwischen den Topmanagern

"Im vergangenen Geschäftsjahr haben wir spürbare Fortschritte erzielt", sagte Düttmann nun. Dennoch sei klar, dass das Unternehmen seine Strategie weiterentwickeln und konsequent umsetzen müsse. "Die Ergebnisse unseres laufenden Strategieprozesses werden wir wie geplant rund um den Jahreswechsel vorstellen."

Der Elektronikhändler steckt seit geraumer Zeit in der Krise - nicht zuletzt wegen des harten Wettbewerbs im Onlinehandel. Im vergangenen Jahr verschreckte das Unternehmen die Börse gleich mehrfach mit Gewinnwarnungen. Der langjährige Konzernchef Pieter Haas und sein Finanzvorstand Mark Frese mussten deshalb ihren Hut nehmen.


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Abhilfe schaffen sollte eine neue Führungsspitze mit Werner und dem ebenfalls neuen Media-Markt-Saturn-Chef Ferran Reverter. Wie das manager magazin berichtete, war es aber in den vergangenen Monaten wiederholt zu Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Managern gekommen.

mg/dpa-afx, rtr

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