Wechsel zu Salvatore Ferragamo Modeveteran Marco Gobbetti verlässt Burberry

Marco Gobbetti gilt als ein Urgestein in der Luxusmodebranche. Er führte Marken wie Givenchy, Céline und Moschino und war zuletzt Chef der für ihr Karomuster bekannten Burberry-Gruppe. Nun kehrt er zurück nach Italien.
Folgt dem Ruf nach Italien: Burberry-CEO Marco Gobbetti übernimmt die Führung der italienischen Modemarke Salvatore Ferragamo

Folgt dem Ruf nach Italien: Burberry-CEO Marco Gobbetti übernimmt die Führung der italienischen Modemarke Salvatore Ferragamo

Foto: David M. Benett / Dave Benett/Getty Images for Burberry

Der Chef der britischen Luxusmarke Burberry hat seinen Rücktritt angekündigt. Marco Gobbetti (61) werde das Unternehmen Ende 2021 verlassen, teilte Burberry am Montag mit. Er wechsle zu dem italienischen Edel-Schuhhersteller Salvatore Ferragamo. Die Aktien von Burberry  brachen daraufhin um bis zu 7 Prozent ein und steuerten damit auf den größten Tagesverlust seit einem Jahr zu. Ferragamo-Papiere  gewannen dagegen in Mailand rund 3 Prozent.

Gobbetti führte den 1856 gegründeten und für seine Trenchcoats sowie Karomuster bekannten Traditionskonzern seit knapp fünf Jahren. Der gebürtige Italiener sollte damals Christopher Bailey (50) entlasten, der sowohl die kreative als auch die operative Führung innehatte und mit Umsatzrückgängen zu kämpfen hatte. Gobbetti ist ein Urgestein in der Luxusmodebranche. Der Manager war unter anderem in führenden Positionen bei Céline, Givenchy und Moschino tätig. Er habe das Angebot angenommen, da er dadurch nach Italien zurückkehren und seiner Familie näher sein könne, hieß es in der Mitteilung weiter. Ein Nachfolger stehe noch nicht fest.

Gobbetti verlässt Burberry mitten in der Krise. Die Corona-Pandemie hat die Briten wie andere Modehändler auch schwer getroffen. So sank der bereinigte Betriebsgewinn im Geschäftsjahr 2020/21, das am 27. März endete, um 8 Prozent auf 396 Millionen Pfund Sterling (461 Millionen Euro). Die rund 10.000 Mitarbeiter erwirtschafteten einen Umsatz von 2,34 Milliarden Pfund, 10 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Der strauchelnden Luxusmarke Salvatore Ferragamo ist mit dem erfahrenen Luxusmanager ein Coup gelungen. Das Unternehmen des gleichnamigen Schuhmachers, das Anfang der 1920 Jahre in Florenz gegründet wurde und sich noch immer überwiegend in Familienhand befindet, wurde von der Corona-Pandemie härter getroffen als die meisten Rivalen.

Ferragamo, berühmt für seine Damenschuhe, die von zahlreichen Hollywood-Stars wie Audrey Hepburn getragen wurden, musste für das Corona-Jahr einen Umsatzrückgang von 33,5 Prozent auf 915,8 Millionen Euro sowie einen operativen Verlust von 61,5 Millionen Euro hinnehmen. 2019 hatte das Unternehmen mit seinen rund 4000 Mitarbeitern noch einen Betriebsgewinn von 149,7 Millionen Euro verbucht. Das Unternehmen mit Sitz in Florenz wurde von Beobachtern zuletzt oft als mögliches Übernahmeziel genannt. Im vergangenen Jahr wurde bereits der ehemalige Konzernchef Michele Norsa (72) zurückgerufen, um dem gebeutelten Modehersteller zu helfen.

mg/Reuters
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