Mittwoch, 13. November 2019

Horten, bunkern, sichern Wie sich der Handel auf den Brexit vorbereitet

Kittel's Fine British Goods in Hamburg

Der kleine Laden im Lehmweg im schicken Hamburger Stadtteil Eppendorf hat etwas vom Charme eines Tante Emma Ladens. In hellen Holzregalen stapeln sich bunte Fläschchen, liebevoll dekorierte Schachteln und Dosen - Chutneys, Scones, Soßen, Tees, Backmischungen und Celebration Crackers. Im Raum daneben: Kissen, geblümte Teetassen, Wollpullover, Schals und Mützen sowie Geburtstagskarten. Auch Bücher, Taschen, Schmuck und sogar Flachmänner gibt es auf den wenigen Quadratmetern des kleinen Ladens. Alles, was das Herz des Großbritannien-Liebhabers erfreut.

"Kittel's Fine British Goods" ist gut besucht an diesem Dienstagvormittag. Gerade hat eine Kundin den Laden verlassen - mit Acessoires für ihr Ferienhaus im Wert von mehr als 500 Euro. Die Geschäfte laufen gut zwei Monate vor Weihnachten - und möglicherweise wenige Wochen vor dem Brexit.

Ladenbetreiber Alexander Kittel hat sich darauf vorbereitet, so gut es geht. "Mein Warenlager ist voll", fasst der 37-Jährige den Stand der Vorbereitungen zusammen. Eine Maßnahme, die Kapital bindet. Rund 25 Prozent mehr als sonst gegen Jahresende hat der Ladeninhaber für die Bevorratung ausgegeben. Doch Kittel will präpariert sein. Schließlich brummen die Geschäfte um Weihnachten herum immer besonders laut.

Wenige Kilometer entfernt bei British Shopping in Geesthacht sieht die Lage kaum anders aus. Auch bei dem Großhändler, Ladenbetreiber und Onlineversender britischer Ware hat man sich so gut es geht eingedeckt. Für das Weihnachtsgeschäft - und einen möglichen Brexit. Palettenweise stapeln sich hier Minz-Pies, Christmas-Cookies, Rice-Crispies und Tee und warten darauf, an Fans britischer Lebensmittel verkauft zu werden, berichtet Verkäuferin Anne Stahl von den Vorbereitungen.

Serie: Der Brexit-Showdown

Und selbst unter den Kunden gäbe es manch einen, der sich für den Brexit eingedeckt habe, erzählte sie. Fast täglich gebe es Nachfragen, ob denn wohl auch nach dem Brexit bestimmte Produkte noch zu bekommen seien.

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