Kult-Schuhmarke Birkenstock ist Investoren offenbar fünf Milliarden Dollar wert

Mehrere Investoren buhlen offenbar um die Kultmarke Birkenstock. Zu den Interessenten zählt laut Medienberichten auch CVC mit seinem Deutschland-Chef Alexander Dibelius.
Nicht unbedingt schön, aber wertvoll: Finanzinvestoren sollen an der Marke Birkenstock und dem gleichnamigen Schuh-Hersteller interessiert sein

Nicht unbedingt schön, aber wertvoll: Finanzinvestoren sollen an der Marke Birkenstock und dem gleichnamigen Schuh-Hersteller interessiert sein

Foto: DPA

Es sind doch nur Schuhe, vorherrschend aus Kork und etwas Leder, nicht sonderlich hübsch noch stilvoll. Doch Puristen und Hippies lieben sie. Investoren könnte die Marke Birkenstock mit ihren unverwechselbaren Sandalen gar fünf Milliarden Dollar wert sein. Investoren wie die Private-Equity-Gruppe CVC oder auch Permira sollen an der 250 Jahre alten Marke interessiert sein, berichten die "Financial Times"  und Bloomberg . Verkaufsgespräche mit der Eigentümerfamilie liefen bereits, die Banker von Goldman Sachs sollen vermitteln, heißt es in den Berichten.

Laut FT geht CVC unter seinem Deutschland-Chef Alexander Dibelius (61) davon aus, von dem treuen Kundenstamm der Marke profitieren und zugleich den Umsatz in neuen Märkten steigern zu können. CVC kontrolliert bereits bekannte Marken wie den Schweizer Uhrenhersteller Breitling und besitzt unter anderem die deutsche Kette Douglas, die nicht nur mit dem Lockdown, sondern auch hohen Schulden und der Online-Konkurrenz zu kämpfen hat.

Ein Verkauf von Birkenstock an Investoren wäre der jüngste Private-Equity-Deal, an dem ein europäisches Schuhunternehmen beteiligt ist, nachdem Permira im Februar die Luxus-Sneaker-Gruppe Golden Goose von Carlyle gekauft hatte. Permira soll Ende vergangenen Jahres auch Interesse an der Sportausrüster-Marke Reebok bekundet haben, die dem Mutterkonzern Adidas bislang nur wenig Freude bereitet hat. Die Beteiligten lehnten den Berichten zufolge einen Kommentar ab.

Birkenstock verkaufte nach letzten firmeneigenen Angaben im Geschäftsjahr 2019 (September) rund 24 Millionen Schuhpaare und erwirtschaftete damit 722 Millionen Euro Umsatz. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 129 Millionen Euro. Produziert werden die Schuhe im Dreischichtbetrieb in einer Fabrik in Görlitz. Das Unternehmen zählt etwa 3800 Beschäftigte und vertreibt seine Produkte, zu denen unter anderem auch Gürtel und Taschen gehören, in 90 Ländern.

Markus Bensberg und Oliver Reichert führen seit 2013 die Geschäfte der Birkenstock Group und begannen 2016 auch mit dem Online-Verkauf von Schuhen direkt an Verbraucher. Dabei geriet Birkenstock in der Vergangenheit immer wieder mit dem Online-Riesen Amazon wegen angeblich gefälschter Varianten in Konflikt. Birkenstock kündigte 2018 die Geschäftsbeziehung zu Amazon auf und legte sich auch vor Gericht mit dem Handelsriesen an.

rei