Neue Eigner übernehmen Mehrheit beim Sandalenhersteller LVMH-Chef Arnault adelt Birkenstock

Birkenstock ist Kult und weltbekannt. Jetzt wird der einstigen Gesundheitssandale ein Hauch von Luxus zuteil. LVMH-Chef Arnault übernimmt die Mehrheit an dem deutschen Unternehmen, die Birkenstock-Brüder machen Kasse.
Nur eine Sandale? Weit gefehlt, Birkenstock ist den neuen Mehrheitseigner viel Geld wert

Nur eine Sandale? Weit gefehlt, Birkenstock ist den neuen Mehrheitseigner viel Geld wert

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Soeren Stache / dpa

Die französisch-amerikanische Beteiligungsgesellschaft L Catterton und der Milliardär Bernard Arnault (71) steigen bei dem deutschen Schuhhersteller Birkenstock ein. Sie übernehmen eine Mehrheit an dem Unternehmen aus Linz am Rhein. Über Details sei Stillschweigen vereinbart worden, teilte Birkenstock mit. Das für seine Gesundheitssandalen bekannte Traditionsunternehmen, über dessen bevorstehenden Verkauf manager magazin bereits berichtet  hatte, wird nach Informationen von manager magazin mit rund vier Milliarden Euro bewertet. Weder L Catterton noch Birkenstock hatten diese Summe dementiert.

Die Brüder Alexander (52) und Christian Birkenstock (48) behalten einen Minderheitsanteil, der dritte Bruder war vor einigen Jahren ausgestiegen. Birkenstock verspreche sich von dem neuen Eigentümer vor allem größere Chancen auf dem asiatischen Markt, wo Catterton-Miteigentümer LVMH gute Verbindungen hat, hieß es weiter. Birkenstock habe sich zu "einer der wenigen ikonischen Marken" in der Schuhindustrie entwickelt, sagte Arnault.

Geschäftsführer Oliver Reichert (49) - der erste externe Manager in der Firmengeschichte - erklärte, die Produktion werde in Deutschland bleiben, eine Verlagerung nach Asien werde es nicht geben. Auch für Reichert hat sich der monatelange Poker um Birkenstock gelohnt .

L Catterton war 2016 aus dem US-Investor Catterton und den Finanzbeteiligungen des französischen Luxuskonzerns LVMH (Louis Vuitton, Moet Hennessy) entstanden. An Birkenstock beteiligt sich Arnault auch direkt, der Mehrheitseigner von LVMH und Christian Dior. Sie hatten mit ihrem Gebot den Finanzinvestor CVC ausgestochen. Die Wettbewerbshüter müssen dem Verkauf noch zustimmen.

Birkenstock kam im Geschäftsjahr 2018/19 (Ende September) mit rund 4000 Mitarbeitern auf einen Umsatz von 721 Millionen Euro. Reichert hatte zuletzt erklärt, der Umsatz sei 2019/20 stabil geblieben, obwohl die Produktion im ersten Lockdown im Frühjahr für zwei Monate stillgelegt worden sei.

rei/Reuters/dpa-afx
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