Personalressort Beiersdorf beruft Nicola Lafrentz in den Vorstand

Der Konsumgüterkonzern holt Nicola Lafrentz zurück in das Unternehmen. Die 46-Jährige soll zum 1. Mai das Personalressort von Beiersdorf übernehmen.

Der Aufsichtsrat von Beiersdorf hat Nicola Lafrentz (46) zum 1. Mai 2022 in den Vorstand berufen. Nach einer Übergangszeit werde sie als Nachfolgerin von Zhengrong Liu (54) das Personalressort und die Rolle der Arbeitsdirektorin übernehmen, wie der Konsumgüterkonzern am Donnerstag bei der Vorlage der Quartalszahlen mitteilte. Liu verlässt das Unternehmen mit Ablauf seines Vertrages. "Nicola Lafrentz wird mit ihrem globalen HR-Team insbesondere das Thema Mitarbeiterentwicklung vorantreiben", sagte Reinhard Pöllath (74), Aufsichtsratsvorsitzender der Beiersdorf AG.

Lafrentz ist im Unternehmen keine Unbekannte: Sie war bereits von Anfang 2015 bis März 2021 bei Beiersdorf tätig und leitete als Vice President HR die strategische und operative Umsetzung der Personalthemen für verschiedene globale Funktionen.

Nach dem Studium (Organisationspsychologie und Management) in den USA und Simbabwe begann Lafrentz ihre Karriere 2001 in der Personalberatung. Anschließend übernahm sie verschiedene leitende HR-Funktionen in Deutschland, den Niederlanden und Portugal für führende Konsumgüterhersteller wie Bacardi-Martini und Mars bevor sie 2015 zu Beiersdorf wechselte.

Trotz hoher Wachstumsdynamik vorsichtig

Der Konsumgüterkonzern ist mit einem robusten Wachstum in das neue Jahr gestartet, bleibt jedoch auf Jahressicht vorsichtig. So bekräftigte der für seine Hautpflegemarken Nivea und Eucerin bekannte Hamburger Hersteller seine Jahresprognose lediglich. Zudem stimmte das Management um Konzernchef Vincent Warnery auf ein schwieriges zweites Quartal ein. Das Wiederaufflammen der Corona-Pandemie und der strikte Lockdown in Teilen Chinas dürfte das Geschäft mit der margenstarken Luxuspflegemarke La Prairie ebenso belasten wie die Klebstoffsparte Tesa.

Im ersten Quartal war vor allem die Konsumentensparte stark gewachsen und hatte die Erlöse um 15,6 Prozent gesteigert. Angetrieben wurde das Wachstum von Eucerin, der medizinischen Hautpflegemarke, die Beiersdorf zufolge deutlich stärker als der Markt zulegen konnte. Aber auch La Prairie und Nivea steigerten die Erlöse deutlich. Nivea habe erneut Marktanteile über alle Regionen hinweg gewinnen können, sowohl in Wachstumsmärkten wie Lateinamerika als auch in Europa, so Beiersdorf. Tesa steigerte die Umsätze trotz der Lieferkettenprobleme um 7,4 Prozent. Treiber war erneut das Elektronikgeschäft, insbesondere in Asien. Der Konzernumsatz stieg wie bereits bekannt um knapp 14 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro.

Für 2022 geht der Nivea-Konzern weiter von einer bereinigten operativen Marge (Ebit) auf dem Vorjahresniveau von 13 Prozent aus. Das Management rechnet dabei im Konsumentengeschäft mit einer leichten Steigerung der Profitabilität. Hier sieht Warnery jedoch auch erhebliche Risiken im Zusammenhang mit dem China-Lockdown. Vor allem die Luxuspflegemarke La Prairie ist davon betroffen, für die der Konzernchef ein schwieriges zweites Quartal in Aussicht stellte.

sio