Weiterer Vorstand geht Marketingchef Naseer wirft bei Beiersdorf das Handtuch

Eine weitere Top-Kraft verlässt den Multikulti-Vorstand bei Beiersdorf: Marketing-Chef Asim Naseer will seinen Vertrag nicht verlängern. manager magazin hatte bereits früh über die Querelen im Vorstand unter Konzernchef Stefan De Loecker berichtet.
Asim Naseer: Der Marketingchef für Nivea verlässt den Beiersdorf-Vorstand

Asim Naseer: Der Marketingchef für Nivea verlässt den Beiersdorf-Vorstand

Vorstandsmitglied Asim Naseer (51) verlässt den Hamburger Konsumgüterkonzern Beiersdorf. Der Marketingchef für Nivea habe sich entschieden, dem Konzern mit Ablauf seines Vertrages den Rücken zu kehren, teilte Beiersdorf am Donnerstag bei der Hauptversammlung mit. Seine Aufgaben werden bis auf Weiteres vom Vorstandsvorsitzenden Stefan De Loecker (53) übernommen.

manager magazin hatte bereits zuvor berichtet, dass Naseer seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag nicht verlängern wolle . Naseer war erst 2019 von Procter & Gamble (P&G) zu Beiersdorf gestoßen. Doch so richtig warm wurden De Locker und der Pakistaner nicht miteinander. Mitunter habe es zwischen den beiden wegen der schwachen Verfassung der Marke Niveau ordentlich gebrodelt, wie es überhaupt immer wieder zu Krach in dem Multikulti-Vorstand  kam.

Und so ist Naseer nur eine von mehreren Top-Führungskräften, die den Konzern verlassen. Im Sommer wird die Finanzchefin Dessi Temperley (48) ausgetauscht. Ihr Abschied hatte sich bereits im Herbst angedeutet, wie manager magazin seinerzeit berichtete. Mitte Januar wiederum wurde bekannt, dass auch Forschungschefin May Shana’a (60) das Unternehmen verlässt. Die gebürtige Libanesin gehört dem Executive Committee an und soll sich ebenfalls mit De Loecker verhakt haben, der im Vorstand das Ressort Forschung und Entwicklung betreut.

Großaktionär Herz macht Druck

Nun hat sich mittlerweile Wolfgang Herz (70) eingeschaltet . Er ist Großaktionär und seit einem Jahr Aufsichtsratsvertreter der Familie Herz bei Beiersdorf. Herz drängt zu mehr Tempo im Konzern. Zwar besitzt De Loecker weiter das Vertrauen – aber er muss nachlegen.

Das versucht er nach Kräften. So bekräftigte der Vorstandschef bei dem virtuellen Aktionärstreffen seine Prognosen für das Jahr 2021. Für die Consumer-Sparte rund um Nivea erwartet der Beiersdorf-Chef weiter ein nicht beziffertes Umsatzwachstum und eine operative Ebit-Rendite auf Vorjahreshöhe. Der Umsatz der Klebstofftochter Tesa solle ebenfalls wachsen, die operative Marge werde wegen "signifikanter" Investitionen jedoch unter der des Vorjahres liegen.

Beiersdorf hatte jüngst den Abstieg aus dem Dax verkraften müssen, Siemens Energy nahm den Platz der Hamburger ein. "Wir hätten die Fahne für Hamburg gerne weiterhin hochgehalten", sagte der Beiersdorf-Chef dazu. "Und natürlich werden wir uns freuen, wenn Beiersdorf bis Ende des Jahres im neuen Dax 40 aufgenommen wird."

rei/Reuters