Dienstag, 22. Oktober 2019

Nach Gerry Weber Mode-Handelskette AWG meldet Insolvenz an

Die Mode-Handelskette muss jetzt einen harten Sanierungskurs fahren

Der Nächste, bitte. Nach dem Damenmode-Hersteller Gerry Weber hat nun die Mode-Handelskette AWG Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen mit 2900 Mitarbeitern und 300 Filialen will sich ebenfalls in Eigenverwaltung sanieren.

Die deutschlandweit aktive Mode-Handelskette AWG hat einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Grund für diesen Schritt war laut Unternehmensangaben auch der warme Herbst und das dadurch missglückte Geschäftsjahr 2018. Die Handelskette aus Köngen (Baden-Württemberg) mit rund 2900 Mitarbeitern und knapp 300 Filialen will sich nun sanieren.

"Der Geschäftsbetrieb der AWG geht trotz des eingeleiteten Schutzschirmverfahrens ohne Einschränkungen weiter", sagte der generalbevollmächtigte Rechtsanwalt Martin Mucha am Montag. Die Löhne und Gehälter seien bis Ende April gesichert.

Alle werden glücklich? Derzeit muss der Werbeslogan den gut 2900 Beschäftigten wohl bitter aufstoßen

Mit der Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung vorerst in dem Unternehmen. Ihr zur Seite gestellt ist allerdings ein Anwalt als sogenannter Sachwalter, der vom Gericht bestellt wurde. Läuft die Eigenverwaltung schief, könnte er als Insolvenzverwalter komplett die Zügel übernehmen.

Viele Unternehmen in der Branche hatten zuletzt zu kämpfen, auch wegen der wachsenden Onlinekonkurrenz. Erst vergangene Woche hatte der Modehersteller Gerry Weber aus Nordrhein-Westfalen Insolvenz angemeldet - ebenfalls in Eigenverwaltung. Unter anderem sollen bis zu 900 der 6500 Arbeitsplätze abgebaut und 230 der 1230 Gerry-Weber- und Hallhuber-Läden geschlossen werden.

rei/dpa

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