Bekannte Süßwarenmarken Arko, Eilles und Hussel beantragen Insolvenz

Nun hat es auch die Süßwarenkette Deutsche Confiserie Holding getroffen: Die Corona-Krise treibt die Dachgesellschaft der Marken Arko, Eilles und Hussel in die Insolvenz.
Pralinen von Arko: Die bekannte Süßwarenmarke ist pleite

Pralinen von Arko: Die bekannte Süßwarenmarke ist pleite

Foto: Axel Heimken / picture alliance / dpa

Die Corona-Krise bringt nun auch namhafte Süßwarengeschäfte in Bedrängnis: Die zur Deutschen Confiserie Holding (DCH) gehörenden Fachhändler Arko, Eilles und Hussel haben beim Amtsgericht Norderstedt in Schleswig-Holstein vorläufige Insolvenz in Eigenregie beantragt. Der Geschäftsbetrieb der auf Süßwaren, Kaffee und Tee spezialisierten Geschäfte solle in vollem Umfang weitergeführt werden, teilte der Geschäftsführer der DCH-Gruppe, Patrick G. Weber, am Montag mit. Das Amtsgericht sei den Anträgen gefolgt.

Löhne und Gehälter seien über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert, teilten die beiden vorläufigen Sachwalter Dietmar Penzlin und Tjark Thies mit. Grund für den Schritt seien die Belastungen durch die Corona-Krise.

DCH betreibt nach eigenen Angaben unter den Marke Arko, Eilles und Hussel bundesweit rund 300 eigene Filialen, weitere Filialen und Franchisebetriebe in Österreich und Tschechien sowie rund 4000 Verkaufsstellen im Lebensmitteleinzelhandel und in Bäckereien. Die Unternehmensgruppe beschäftigt rund 1600 Mitarbeiter und erreichte zuletzt einen Jahresumsatz von 140 Millionen Euro.

Schweizer Konkurrent kommt deutlich besser durch die Krise

Die Deutsche Confiserie Holding ist im Jahr 2019 als Dachgesellschaft für die Marken Arko, Eilles und Hussel entstanden. Drei Jahre zuvor hatte die Arbeitsgemeinschaft für den Vertrieb von Konsumgütern (Arko), die 1948 von Cuno Rothfos und seinem Vater, dem Hamburger Kaffeehändler Bernhard Rothofs in Wahlstedt, Schleswig-Holstein gegründet wurde, die 35 Eilles-Fachgeschäfte von J.J. Darboven übernommen. Damit erschloss sich Arko den süddeutschen Raum.

Im Jahr 2018 übernahm Arko dann auch die Süßwarenkette Hussel von der Beteiligungsgesellschaft Emeran Capital Partners. Hussel wurde 1949 in Hagen gegründet und hat seine Filialen vor allem im Süden und Westen Deutschlands. Durch den Zusammenschluss der drei Marken Arko, Eilles und Hussel entstand Unternehmensangaben zufolge das größte Confiserie-Unternehmen Europas. Seit 2015 wird der Süßwarenhändler von Patrick G. Weber geführt.

Der Schweizer Konkurrent Lindt & Sprüngli ist bisher deutlich besser durch die Corona-Krise gekommen. Zwar haben Ladenschließungen zur Eindämmung der Pandemie und der starke Franken den Umsatz des Edelschokoladeherstellers im vergangenen Jahr um 10,9 Prozent auf 4,02 Milliarden Franken gedrückt. Dennoch habe Lindt in praktisch allen Ländern Marktanteile gewonnen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Lindt & Sprüngli werde das für 2020 angepeilte Ziel einer operativen Gewinnmarge (Ebit) von rund 10 Prozent erreichen. Auch im laufenden Jahr gehe das Unternehmen von Marktanteilsgewinnen aus. Für die Folgejahre bleibe die langfristige Zielsetzung eines organischen Umsatzwachstums von jährlich 5 bis 7 Prozent bestehen.

mg/dpa-afx