Gewinneinbruch des Großbrauers Auf dem Trockenen - Corona verdirbt AB Inbev die Bilanz

Kneipen und Restaurants dicht, Veranstaltungen abgesagt - das Pandemiejahr lässt den weltgrößten Brauereikonzern AB Inbev leiden. 2021 soll aber alles besser werden.
Ausgezapft: Das Jahr 2020 schließt AB Inbev mit einem Fünftel weniger Gewinn ab

Ausgezapft: Das Jahr 2020 schließt AB Inbev mit einem Fünftel weniger Gewinn ab

Foto: JUSTIN TALLIS/ AFP

Der Beck's-Mutterkonzern Anheuser-Busch Inbev hofft nach einem coronabedingten Umsatz- und Ergebniseinbruch im vergangenen Jahr wieder auf bessere Zeiten. 2021 sollten sich Umsatz und Gewinn deutlich verbessern, teilte der weltgrößte Bierbrauer am Donnerstag in Leuven mit. Das Management um Vorstandschef Carlos Brito (60) rechnet dabei mit wachsenden Volumen und steigenden Preisen. Höhere Rohstoffkosten und der starke Dollar könnten allerdings auf die Marge drücken.

Im vergangenen Jahr ist der Umsatz des Konzerns um 10 Prozent auf knapp 47 Milliarden Dollar (39 Milliarden Euro) gesunken. Bereinigt um die Effekte des starken Dollar sowie den Kauf und Verkauf von Unternehmensteilen hätte der Rückgang den Angaben zufolge knapp 4 Prozent betragen. Coronabedingt fielen Großveranstaltungen aus, Kneipen und Restaurants waren geschlossen, Volksfeste und Konzerte wurden abgesagt. Insgesamt verkaufte der Konzern mit 531 Millionen Hektolitern knapp 30 Millionen Hektoliter weniger als noch 2019.

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) fiel um fast ein Fünftel auf 17 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn brach wegen gestiegener Finanzierungskosten und einer Abschreibung auf Unternehmenswerte sogar um 85 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar ein.

AB-Inbev-Chef Brito hat in den vergangenen drei Dekaden einen Konzern mit über 500 Marken und rund 170.000 Mitarbeitern geschaffen. Doch inzwischen ächzt der Konzern unter seiner Schuldenlast . Brios Tage sind wohl gezählt.

Die Aktien  von AB Inbev haben im frühen Donnerstagshandel rund 4,5 Prozent auf etwas unter 51 Euro verloren. Analysten bemängelten den vorsichtigen Margenausblick des Brauereikonzerns für 2021. Der Abschlag warf die Papiere zurück auf das Kursniveau vom 9. November, als erste Erfolge über die Wirksamkeit von Impfstoffen die Titel beflügelt hatten. AB Inbev waren im Leitindex der Eurozone, dem EuroStoxx 50, am Donnerstag das Schlusslicht und zogen auch den europäischen Sektor für Nahrungs- und Getränkehersteller mit nach unten, der als schwächster der Stoxx-600-Übersicht knapp ein Prozent verlor.

mg/dpa-afx
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