Dienstag, 12. November 2019

Expansion in Deutschland Eröffnet bald der erste Amazon-Buchladen in Berlin?

Ähnlich bald auch in Deutschland? Amazons erster Buchladen in Seattle

Im Onlinehandel hat es Amazon schon zur unangefochtenen Nummer eins gebracht - jetzt will der Konzern auch die Innenstädte erobern. Nachdem der US-Händler kürzlich in den USA seinen ersten stationären Laden eröffnet hat, könnte Berlin einer der nächsten Standorte werden.

"Läden einzurichten war immer eine Option", sagte der Amazon-Deutschland-Chef Ralf Kleber dem Berliner "Tagesspiegel". "Berlin wäre ein Top-Kandidat für einen Amazon-Laden." Schließlich habe der Händler "in keiner anderen deutschen Stadt in so vielen Bereichen investiert, sind wir so breit vertreten und haben wir so viel vor".

Im November hatte Amazon in seiner Heimatstadt Seattle seine erste stationäre Buchhandlung eröffnet, nachdem zuvor tausende Buchhändler unter dem Konkurrenzdruck Amazons Insolvenz anmelden mussten.

Allerdings dürfte sich der Laden in Berlin deutlich von denen vieler verbliebener Filialisten unterscheiden.

Schaulaufen der Bestseller

So sind in den Regalen des Amazon-Buchladens in Seattle lediglich rund 5000 Bücher ausgestellt. Deren Auswahl ist weitgehend Big Data gesteuert. Um es ins Regal zu schaffen, müssen die Bücher in der Regel gut bewertet, häufig gekauft oder oft vorbestellt sein.

Buchrücken, wie in vielen traditionellen Buchläden, bekommen die Kunden im Amazon-Laden indes nicht zu sehen. Jedes Buch wird mit der Titelseite präsentiert. Darunter soll die Kundenbewertung und eine Besprechung zu lesen sein. Auch andere Produkte wie Amazon Kindle, das Audiogerät Echo, Fire TV sowie Amazon Tablets sollten im Laden erhältlich sein und von den Kunden ausprobiert werden können.

Wer will, kann sich seine Einkäufe nach Hause liefern lassen. Eine Preisdifferenz zwischen online und offline-Store werde es nicht geben, hieß es bei der Ankündigung.

Geschlossen wird nur an Thanksgiving und an Weihnachten

Nicht nur was die Buchauswahl angeht, unterscheidet sich der Amazon-Laden von traditionellen Buchläden. Auch die Öffnungszeiten sind für hiesige Verhältnisse extrem großzügig. Am Sonntag ist von 11.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Geschlossen ist nur an Thanksgiving und an Weihnachten.

Erste Testläufe, was stationäre Präsenzen angeht, hatte Amazon schon vorher gestartet. An der Purdue Universität in Indiana betreibt der Onlineversender bereits zwei Servicestationen, an denen Studenten ihre Bestellungen bei Amazon -Mitarbeitern abholen und neue Ware bestellen können.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung