Dienstag, 12. November 2019

Das komplizierte Verhältnis zwischen DHL und seinem wichtigsten Kunden Warum DHL auf Distanz zu Amazon geht

Paketzusteller der Deutschen Post

3. Teil: Schneller, billiger, besser

Amazon-Pakete in einem Paketzentrum von Deutscher Post und DHL.
Julian Stratenschulte / DPA
Amazon-Pakete in einem Paketzentrum von Deutscher Post und DHL.

Auch was die Preise angeht, ist Amazon offenbar günstiger als die Konkurrenz. Während die Beförderung eines Paketes laut Ravi Shanker von Morgan Stanley im Durchschnitt mit acht bis neun Dollar zu Buche schlägt, kostet Amazon der Transport über das eigene Netzwerk demnach nur sechs Dollar.

Wie die Zahlen für Deutschland aussehen, ist unbekannt. Doch auch hier wächst Amazons Logistiknetz rasant. Laut einer Aufstellung in der Zeitschrift "Internetworld" vom Juni betreibt der Onlinehändler mittlerweile zwölf Logistikzentren, drei Sortierzentren und neun Verteilzentren - weitere sind geplant.

Hinzu kommt der Aufbau von Amazon-Flex - einem Angebot, bei dem Privatpersonen - ähnlich wie beim Fahrdienstvermittler Uber - für einen Stundenlohn von angeblich 25 Euro im Privatwagen Pakete für den Onlinehändler ausliefern.

Dabei geht es dem Konzern aus Seattle nicht darum, DHL, Hermes und Co platt zu machen und einen eigenen Paketdienst aufzumachen, meint Logistikexperte Horst Manner-Romberg. "Sie wollen schlicht die eigenen Sachen billig und schnell an den Mann bringen."

Und da, wo sie es nicht billiger und besser selbst machen können, greifen sie gerne auf die Dienste externer Dienstleister zurück.

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