Ralf Kleber tritt ab Amazon bekommt neuen Deutschland-Chef

Ende einer Ära: Ralf Kleber hat das Geschäft von Amazon im deutschsprachigen Raum maßgeblich mit aufgebaut. Nun übergibt er den Staffelstab an seinen Kollegen Rocco Bräuniger.
Seit 2006 bei Amazon: Ab dem 1. Januar leitet Rocco Bräuniger die Geschäfte von Amazon in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Seit 2006 bei Amazon: Ab dem 1. Januar leitet Rocco Bräuniger die Geschäfte von Amazon in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Foto: Thorsten Jochim / picture alliance/dpa/Amazon

Der US-Konzern Amazon wechselt nach 20 Jahren der Chef in den deutschsprachigen Ländern aus: Der seit Februar 2002 amtierende "Country Manager" Ralf Kleber (53) wird zum 1. Januar seinen Posten an den 47 Jahre alten Rocco Bräuniger übergeben, der bislang für das europäische Konsumgüter-Geschäft verantwortlich ist. Das teilte das Unternehmen am Dienstag in München mit. Bräuniger wird in der neuen Position – wie bereits sein Vorgänger – Amazon nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich und der Schweiz leiten.

Bräuniger ist langjähriger Amazon-Manager, er arbeitet seit 2006 für den Konzern. In den vergangenen Jahren baute der ehemalige Unternehmensberater das Amazon-Geschäft in Australien auf. Der künftige Chef betonte, Amazon sei sich seiner Verantwortung bewusst. "Dazu gehört der sehr faire und gute Umgang mit allen Beschäftigten sowie unser Versprechen, bis 2040 klimaneutral zu arbeiten." Amazon steht seit Jahren bei Gewerkschaften und Umweltschützern in der Kritik. Verdi hält Amazon die Ablehnung von Tarifverträgen vor, Umweltinitiativen zielen häufig auf den Verpackungsmüll. Amazon wies die Vorwürfe stets zurück.

Bleibt bis Mitte 2022: Der amtierende Deutschland-Chef von Amazon, Ralf Kleber

Bleibt bis Mitte 2022: Der amtierende Deutschland-Chef von Amazon, Ralf Kleber

Foto: imago stock/ imago stock&people

Amazon ist in Deutschland seit 1998 aktiv, damals mit einigen Dutzend Mitarbeitern. Kleber wechselte 1999 von Escada zu Amazon, im Jahr 2000 wurde er zunächst Finanzchef, bevor er im Februar 2002 die Geschäftsführung übernahm. Kleber war somit maßgeblich für die Expansion in Deutschland, Österreich und der Schweiz verantwortlich. Heute beschäftigt Amazon in den drei Ländern mehr als 28.000 Menschen, die einen Jahresumsatz von knapp 30 Milliarden Dollar erwirtschaften. Kleber wird bis Mitte 2022 bei Amazon bleiben, um den Übergang zu begleiten.

Amazon expandiert nach wie vor rapide. Mittlerweile beschäftigt der Konzern weltweit knapp 1,5 Millionen Menschen, allein seit dem zweiten Quartal 2020 hat Amazon rund um den Globus fast 600.000 Menschen eingestellt. Der Großteil der Mitarbeiter – etwa eine Million – ist in den USA beschäftigt. Allein für die Weihnachtszeit suchte Amazon laut Quartalsmitteilung der US-Mutter international mehr als 300.000 Saisonkräfte, davon 50.000 in Europa.

mg/dpa-afx
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