Kampf um Klamotten im Internet Amazon prüft Kauf von Modemarke American Apparel

Als es noch lief: Filiale von American Apparel in Washington DC im Jahr 2010.

Als es noch lief: Filiale von American Apparel in Washington DC im Jahr 2010.

Foto: AFP

Amazon und die Teenager-Modekette Forever 21 interessieren sich Insidern zufolge für deninsolventen US-Bekleidungshersteller American Apparel. Die beiden Firmen führten neben anderen Gespräche mit American Apparel und seinen Finanzberatern, wie mit den Verhandlungen vertraute Personen am Mittwoch sagten. Dabei müssten sie den kanadischen Rivalen Gildan überbieten, der für 66 Millionen Dollar erste Markenrechte und Teile von Produktion und Vertrieb übernehmen will. Knackpunkt könnte allerdings werden, dass die Kanadier die Produktion nicht komplett in Kalifornien erhalten wollen. Genau daran soll bei einem Verkauf aber festgehalten werden.

Video-Porträt über Amazon-Chef Bezos (Text wird unten fortgesetzt)

manager-magazin.de / Wochit

Im US-Wahlkampf wurde der Erhalt heimischer Arbeitsplätze zu einem großen Thema. Der designierte Präsident Donald Trump attackierte Firmen für die Verlagerung von Produktion in Niedriglohnländer. Nach der scharfen Kritik kippte Ford erst vor wenigen Tagen eine Milliarden-Investition in Mexiko.

American Apparel, das auf das Gütesiegel "Made in USA" setzt, beschäftigt 3500 Mitarbeiter und ist damit einer der größten Bekleidungshersteller der USA. Allerdings machen der Firma der harte Konkurrenzkampf um junge Kunden und das Erstarken der Internetanbieter zu schaffen. Sie meldete daher im November zum zweiten Mal binnen eines Jahres Insolvenz an. Amazon ist der dominierende Internet-Händler in den USA und Europa, hat aber gerade im Bekleidungsmarkt starke Konkurrenz - etwa von Zalando.

American Apparel wollte sich zu den Insiderinformationen nicht äußern. Alle anderen Unternehmen reagierten nicht auf Anfragen.

Reuters, soc
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.