"Amazon Pharmacy" startet in den USA Amazons Apothekendienst greift an

Der weltgrößte Onlinehändler greift im US-Arzneimittelmarkt an. Amazon steigt in den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten ein und setzt damit die Konkurrenz mächtig unter Druck.
Heizt den Wettbewerb an: Den Einstieg ins Apothekengeschäft hat Amazon seit Jahren vorbereitet

Heizt den Wettbewerb an: Den Einstieg ins Apothekengeschäft hat Amazon seit Jahren vorbereitet

Foto: REUTERS / Brendan McDermid

Der Onlinegigant Amazon hat seinen Einstieg in das Versandapothekengeschäft angekündigt. Über den neuen Service "Amazon Pharmacy" können Kunden in den Vereinigten Staaten künftig verschreibungspflichtige Medikamente bestellen, wie das Unternehmen am Dienstag in Seattle mitteilte.

An der Börse brachte der Vorstoß die großen US-Drogerie- und -Apothekenketten CVS Health , Walgreens  und Rite Aid  heftig unter Druck. Die Aktien der drei US-Größen büßten am Dienstag vor Handelsstart an der Wall Street zwischen acht und zwölf Prozent ein. Auch die Aktien der US-Konkurrenten Cardinal Health , McKesson  und der europäischen Shop Apotheke  gaben nach. Amazon-Aktien legten dagegen vorbörslich um 2,5 Prozent zu.

Das neue Versandangebot bringe frischen Wind in den Markt, schreiben die Analysten des Brokerhauses Evercore ISI. "Bislang sind Verbraucher mit dem Versand verschreibungspflichtiger Medikamente nicht warm geworden, da der Service geringer ist."

Einstieg seit Jahren vorbereitet

Dass Amazon es auf den riesigen US-Arzneimittelmarkt abgesehen hat, war schon länger klar. Der Konzern hatte den Einstieg seit Jahren vorbereitet und 2018 bereits die Online-Apotheke Pillpack übernommen.

Amazon bietet beim Kauf von Medikamenten über die Webseite oder App Preisvergleiche an. Zudem können Kunden zwischen einer Zuzahlungsoption für Versicherte sowie einem für Prime-Mitglieder rabattierten Angebot wählen, wenn die Medikamente privat ohne Versicherung bezahlt werden sollen. Amazon hatte 2018 die Online-Apotheke Pillpack übernommen und sich in den vergangenen zwei Jahren mehr staatliche Lizenzen für den Versand von ärztlichen Verordnungen in den USA gesichert.

Die Corona-Pandemie hat weltweit die Geschäfte von Onlinehändlern angetrieben. Im Zuge der Restriktionen bestellen immer mehr Menschen von zu Hause aus, um in Geschäften Kontakte und Infektionsrisiken zu vermeiden. Davon könnte künftig verstärkt auch der Arzneimittelmarkt profitieren. Dem Marktforscher J.D.Power zufolge ist die Akzeptanz von Onlinebestellungen von Medikamenten noch gering.

cs/Reuters, dpa-afx
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