Donnerstag, 19. September 2019

Abholstation in Karstadt-Filiale Warum Karstadt jetzt mit Amazon kooperiert

Amazon Click-und-Collect-Counter in einem Londoner Laden der Einzelhandelskette Next

Gleich reihenweise sind in den vergangenen Monaten deutsche Händlerinsolvent gegangen oder müssen um ihr Überleben kämpfen. Einen großen Anteil daran hat der Onlinehändler Amazon, der mit seiner schnellen Lieferung für viele Kunden zur bequemen Alternative für den Einkauf im stationären Laden geworden ist. Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass Warenhäuser wie Karstadt den Erz-Konkurrenten mittlerweile umarmen und mit dem US-Konzern sogar zusammenarbeiten.

Schon jetzt stehen in einigen Karstadt-Filialen sogenannte Amazon Locker, Packstationen, in die Amazon-Kunden ihre Päckchen bestellen und dort während der Geschäftszeiten abholen können. Ein Service, den auch Ketten wie dm, Penny oder Rewe in oder vor ihren Filialen anbieten.

Doch Karstadt geht nun einen Schritt weiter. Der Einzelhändler arbeitet noch enger mit den Amerikanern zusammen und ermöglicht es Amazon-Kunden künftig, ihre Ware auch im Warenhaus selbst an einem sogenannten Amazon Counter abzuholen, wie eine Amazon-Sprecherin am Montag auf Anfrage von manager-magazin.de erklärte. "Wir testen aktuell eine Möglichkeit, mit der Kunden ihre Amazon Pakete von einem Karstadt-Laden abholen können." Amazon suche "immer nach neuen Wegen, den Komfort der Lieferung für den Kunden zu verbessern". Die sogenannten "Counter" hat Amazon zusammen mit seinen Locker-Packstationen unter dem Angebot "Amazon Hub" zusammengefasst.

Die Sprecherin bestätigte damit einen Bericht des Branchendienstes "Exciting Commerce", das mit einem Bild aus dem Karstadt-Haus am Münchener Stachus über das neue Amazon-Angebot und die Werbung dafür berichtet hatte. Von Karstadt selbst war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen.

Damit wagt sich Karstadt auf ein Terrain vor, auf dem Amazon in anderen Ländern bereits deutlich weiter ist. Bereits im Frühjahr hatte Amazon entsprechende Kooperationen mit Händlern in Großbritannien und Italien bekannt gegeben - und auch angekündigt, den Service auf weitere Länder ausweiten zu wollen.

Auch in den USA existieren ähnliche Services bereits, die laut Amazon allerdings dort über Drittanbieter organisiert sind.

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