Dienstag, 15. Oktober 2019

Amazon investiert in Deliveroo Darum zittern Delivery Hero, Just Eat und Co. 

Prominente Unterstützung: Amazon führt Finanzierungsrunde bei Deliveroo an

Den Aktionären europäischer Essensauslieferer treten am Freitag die Sorgenfalten auf die Stirn. Internetgigant Amazon Börsen-Chart zeigen bestätigte, dass sich der Konzern an einer 575 Millionen US-Dollar schweren Finanzierungsrunde für das britische Unternehmen Deliveroo als größter Investor beteiligen will. Damit könnte nach Einschätzung von Marktteilnehmern den etablierten Anbietern ein finanzstarker Wettbewerber erwachsen. Ein zunehmender Preisdruck drohe die Margen zu belasten.

Die Furcht vor einem von Amazon finanziell geförderten Konkurrenten Deliveroo setzte so auch die Notierungen branchenweit unter Druck. In London büßten Just Eat 7,9 Prozent ein und die Papiere der niederländischen Takeaway.com Börsen-Chart zeigen an der Euronext 3,9 Prozent. Am deutschen Markt fielen Delivery Hero Börsen-Chart zeigen um 3,7 Prozent - und die in Sippenhaft genommenen Hellofresh Börsen-Chart zeigen 1,5 Prozent.

"Bei den börsengelisteten Essensauslieferern dürfte das negativ aufgenommen werden", sagte Analyst Rob Joyce von Goldman Sachs in einer ersten Einschätzung. Zunächst wollte der Experte an seinen Bewertungen der an den Börsen notierten Anbieter jedoch nichts ändern.

Insgesamt haben Investoren 1,53 Milliarden Dollar in das britische Unternehmen gesteckt. Amazon hatte vorher selbst vergeblich versucht, in Großbritannien einen Restaurant-Lieferdienst aufzubauen. Auch die Altaktionäre von Deliveroo, die Investoren T Rowe Price, Fidelity und Research Company, hätten zusätzliches Geld gegeben, hieß es.


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Deliveroo wurde 2013 gegründet und ist mittlerweile in 14 Ländern aktiv - darunter in Großbritannien, Irland, Niederlanden, Frankreich, Belgien, Deutschland, Italien, Spanien aber auch in Australien, Hongkong, Singapur, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Kuwait. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen rund 60.000 Fahrradkuriere unter Vertrag, die Menüs aus 80.000 Restaurants ins Haus liefern.

Deliveroo steht damit in Konkurrenz zu Delivery Hero und Just Eat Börsen-Chart zeigen. Die Kursreaktion von Just Eat fiel am Freitag besonders stark aus, aber auch Delivery-Titel gaben deutlich nach. In Belgien, Deutschland und den Niederlanden sei Deliveroo ein Kontrahent von Takeaway.com und Foodora.

Anleger fürchten, dass Just Eat zwischen den finanzstarken Online-Riesen Amazon und Uber zerquetscht werden könnte. Der Fahrdienst hat mit Uber Eats selbst einen Lieferdienst aufgebaut. Die Angst vor einem wachsenden Konkurrenzdruck durch Deliveroo sei überzogen, schrieb jedoch Ian Whittaker von der Investmentbank Liberum. Vor allem Just Eat habe als Nummer eins in Großbritannien wenig zu befürchten, da der Marktanteil für den wirtschaftlichen Erfolg entscheidend sei.

dpa-afx/rtr/akn

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