Dienstag, 12. November 2019

Amazon verkauft Bücher auch im Laden Amazon zerstört Buchläden - und eröffnet eigenen Buch-Shop

Buchladen: In Seattle kann man künftig auch bei Amazon offline schmökern

Nachdem tausende Buchhändler unter dem Konkurrenzdruck Amazons Insolvenz angemeldet haben, will der Onlinebuchhändler nun zeigen, wie stationärer Handel richtig geht: Am Dienstag geht in Seattle, der Heimatstadt des Onlineversenders, der erste stationäre Amazon-Buchladen an den Start.

Allerdings dürfte sich die Buchauswahl deutlich von der in vielen inhabergeführten Buchläden unterscheiden. Welche rund 5000 Bücher es in die Regale des neuen Ladens in Universitätsnähe schaffen, soll nämlich weitgehend Big-Data-gesteuert entschieden werden. So sollen beispielsweise Kundenbewertungen, Verkäufe und die Zahl der Vorbestellungenfür die Auswahl eine Rolle bei der Auswahl spielen, wie Amazon erklärte.

Schaulaufen der Bestseller

Anders als in vielen traditionellen Buchläden, werden Kunden im Amazon Bookstore allerdings keine Buchrücken zu sehen bekommen. Jedes Buch wird mit der Titelseite präsentiert. Darunter wird die Kundenbewertung und eine Besprechung zu lesen sein. Auch andere Produkte wie Amazon Kindle, das Audiogerät Echo, Fire TV sowie Amazon Tablets sollen im Laden erhältlich sein und von den Kunden ausprobiert werden können.

Wer will, kann sich seine Einkäufe nach Hause liefern lassen. Eine Preisdifferenz zwischen online und offline-Store soll es nicht geben, hieß es.

Nicht nur was die Buchauswahl angeht, unterscheidet sich der Amazon-Laden von traditionellen Buchläden. Auch die Öffnungszeiten sind für hiesige Verhältnisse extrem großzügig. Am Sonntag ist von 11.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Geschlossen ist nur an Thanksgiving und an Weihnachten.

Für Amazon ist der Buchladennicht der erste Schritt ins Stationäre. An der Purdue Universität in Indiana betreibt der Onlineversender bereits zwei Servicestationen, an denen Studenten ihre Bestellungen bei Amazon -Mitarbeitern abholen können. Klassische Läden sind dies allerdings nicht.

Ob der Ausflug ins Stationäre von dauer sein wird, bleibt allerdings abzuwarten. Bislang zeigte sich Amazon was neue Geschäftsmodelle angeht, sehr experimentierfreudig. Liefern die Piloten nicht die gewünschten Ergebnisse, werden sie aber auch schnell wieder eingestellt.

Amazon ist nicht der erste Onlinehändler, den es auch in Stationäre zieht. Auch viele Onlinehändler wie Zalando oder Mymuesli und seit kurzem auch die Otto-Tochter Collins betreiben Ladengeschäfte in den Innenstädten.

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