Chinas Tech-Riese Alibabas Gewinn bricht dramatisch ein

Hohe Investitionen und Druck vom Staat beeinträchtigen das Geschäftsergebnis von Alibaba: Der chinesische Tech-Konzern meldet einen Gewinneinbruch und warnt vor schwächerem Wachstum.
Foto: TINGSHU WANG / REUTERS

Der chinesische Onlineriese Alibaba hat im vergangenen Quartal einen heftigen Gewinneinbruch erlitten. Unter dem Strich verdiente der Konzern von Juli bis September 3,94 Milliarden Euro, 39 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Grund waren dem Unternehmen zufolge hohe Investitionen, unter anderem in die Shopping-Plattform Taobao.

Auch der Umsatz blieb unter den Erwartungen, stieg allerdings im Vorjahresvergleich um 29 Prozent an. Die chinesischen Behörden gehen seit geraumer Zeit gegen eine zu große Marktmacht der Technologiekonzerne des Landes vor und betonen auch Datenschutzbedenken - das dürfte die Geschäftszahlen von Alibaba ebenfalls beeinflusst haben.

Alibaba warnte vor dem schwächsten Wachstum seit seinem Börsengang 2014. Der Umsatz werde im laufenden Geschäftsjahr zu Ende März zwischen 20 und 23 Prozent zulegen, teilte der Amazon-Konkurrent am Donnerstag mit. Ähnlich wie Tencent und Didi leidet Alibaba unter einer geringeren Nachfrage, dem gestiegenen Wettbewerb und den verschärften Regulierungen in der Volksrepublik. Beim jüngsten Singles Day - dem weltgrößten Online-Verkaufsspektakel - erzielte der Konzern sein bisher geringstes Plus bei dieser Veranstaltung.

Lange Zeit hatte China seine Technologiekonzerne, allen voran Alibaba, als Erfolgsmodell betrachtet. Vor rund einem Jahr begannen jedoch strenge Reglementierungen des Marktes, die vor allem Alibaba zu spüren bekam. So untersagten die Behörden den geplanten riesigen Börsengang von Ant, dem Finanzarm von Alibaba. Außerdem bekam das Unternehmen eine Milliardenstrafe wegen der Ausnutzung seiner marktbeherrschenden Stellung aufgebrummt.

cr/afp, Reuters
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