Wirbel um Produktpiraterie bei Alibaba Für Jack Ma sind Fälschungen aus China besser als die Originale

"Wir sind die Opfer" - Alibaba-Chef Jack Ma kämpft gegen Produkt-Fälscher

"Wir sind die Opfer" - Alibaba-Chef Jack Ma kämpft gegen Produkt-Fälscher

Foto: © Reuters Staff / Reuters/ REUTERS

Der Satz des Alibaba-Chefs hat es in sich: "Das Problem ist, dass die gefälschten Produkte heute von besserer Qualität und günstiger sind als die echten."

Auf den ersten Blick scheint Alibaba-Chef Jack Ma seinen Kritikern zu sagen: Ihr seid selbst schuld. Seit langem steht sein Onlinehandelsimperium in der Kritik, weil auf Alibaba-Plattformen wie Taobao viele Fälschungen westlicher Nobelmarken zu haben sind. Zuletzt hatte etwa Uhrenhersteller Michael Kors Alibaba als "gefährlichsten und schädlichsten Gegenspieler" gebrandmarkt.

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Ma will allerdings keineswegs Werbung für die Qualitäten chinesischer Produktpiraten machen - auch wenn seine Aussagen vom Alibaba-Investorentag aktuell für viel Wirbel im Social Web sorgen. Vielmehr, so interpretiert etwa das "Wall Street Journal"  liefere er eine Erklärung für den Aufschwung der chinesischen Fälschungsindustrie: "Sie sind aus den selben Fabriken", sagte Ma über gefälschte Produkte, "denselben Rohmaterialien, sie tragen nur die Namen nicht."

Ma: "Wir sind die Opfer."

Das Problem des Westens, so das "WSJ", bestehe im Outsourcing: Firmen speisten ihr intellektuelles Eigentum in eine Lieferkette ein, die sie nicht mehr vollständig unter Kontrolle hätten. Die meiste Zeit über produzierten ihre Fertiger zwar für die Kunden; in Extraschichten stellten dieselben Maschinen aus denselben Materialien allerdings eigene Produkte her, um diese dann - mit gefälschtem Logo oder aber als etwas abweichende Copycat-Waren - günstiger zu verkaufen.

Dieses Phänomen sei zwar nicht neu, sagte Ma weiter - erst das Internet habe es den Chinesen allerdings ermöglicht, Kunden aus aller Welt mit ihren Produkten zu beliefern. Bestes Beispiel laut "WSJ": Der Smartphonehersteller Xiaomi, dessen Erfolg eine ganze Reihe von chinesischen Handybauern angestoßen habe. "CNN Money" fügt hinzu , dass auch taiwanesische IT-Hersteller wie HTC, Acer oder Asus als Vertragsfertiger begonnen hätten.

Vorwürfen wie denen von Michael Kors entgegnete Ma übrigens, Alibaba sei der "führende Kämpfer gegen Fälschungen" - denn: "Mit jedem gefälschten Produkt, das wir verkaufen, verlieren wir fünf Kunden. Wir sind die Opfer."