Donnerstag, 5. Dezember 2019

Größter Börsengang des Jahres Alibaba feiert erfolgreiches Börsendebüt in Hongkong

Alibabas Chairman and Chief Executive Officer Daniel Zhang: Der Internethändler nahm insgesamt 11,3 Milliarden Dollar ein

Der chinesische Internetkonzern Alibaba Börsen-Chart zeigen hat am Dienstag in Hongkong ein erfolgreiches Börsendebüt an seinem Zweithandelsplatz in Hongkong gefeiert. Schon wenige Minuten nach dem Handelsstart zog die Aktie um fast 8 Prozent an und stieg vom Eingangspreis von 176 Hongkong-Dollar (gut 20 Euro) auf zwischenzeitlich 189,50 Hongkong-Dollar. Die Aktie schloss am ersten Handelstag 6,6 Prozent im Plus.

Insgesamt wurden 500 Millionen Anteilsscheine ausgegeben, über eine sogenannte Mehrzuteilungsoption können weitere 75 Millionen Anteilsscheine veräußert werden. Alibaba hat somit rund 88 Milliarden Hongkong-Dollar (11,3 Milliarden US-Dollar) eingenommen - die acht gilt in China als Glückszahl. Mit diesem Volumen ist der Börsengang der weltweit größte in diesem Jahr. Alibaba hält aber auch den Titel des größten Börsengangs in der Geschichte des Börsenhandels: Vor fünf Jahren ging das Unternehmen in New York mit einem Volumen von 25 Milliarden Dollar an die Börse.

Die Aktien sind an beiden Börsen gleichermaßen handelbar und können etwa in New York gekauft und in Hongkong verkauft werden. Größere Preisunterschiede sind daher unwahrscheinlich. Nach Einschätzung von Analysten ist der Schritt für Alibaba auch eine Absicherung, falls die Papiere in New York im Handelskonflikt zwischen den USA und China in Mitleidenschaft gezogen werden.

Vertrauensbeweis für Finanzplatz Hongkong

Alibaba ist das wertvollste Unternehmen Asiens. Konzernchef Daniel Zhang feierte den Börsenstart als "wichtigen Meilenstein" der Unternehmensgeschichte, der Konzern komme damit "nach Hause". Die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong wird seit Monaten von heftigen politischen Protesten beherrscht. Der Börsengang von Alibaba gilt somit auch als Vertrauensbeweis für den Finanzplatz Hongkong.

Der Konzern wollte eigentlich schon für fünf Jahren in Hongkong an die Börse. Damals scheiterte der Sprung aufs Parkett aber an einem Streit mit der Börsenaufsicht. Der Schritt nun wurde nach Regeländerungen des Börsenbetreibers HKEX im vergangenen Jahr möglich. "Danke, Hongkong, und Dank an die HKEX", sagte Alibaba-Chef Zhang. "Eure Reform des Kapitalmarkts in den vergangenen Jahren hat es uns ermöglicht, das umzusetzen, was wir vor fünf Jahren wollten."

Mit dem Börsengang in Hongkong entspricht Alibaba auch den Wünschen der chinesischen Regierung. Peking ermuntert die großen Tech-Unternehmen des Landes immer wieder, in China an die Börse zu gehen. Geplant ist eine Technologiebörse in Shanghai nach dem Vorbild der US-Börse Nasdaq.

mg/AFP, rtr

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