Freitag, 23. August 2019

Kampf gegen den Plastikmüll Aldis Obst- und Gemüsebeutel werden kostenpflichtig

Plastikbeutel im Obst- und Gemüseregal: Viele Supermärkte haben schon auf die wachsende Kritik an den Einwegtüten reagiert, nun tut es auch Aldi - wenn auch bisher nur mit einem eher symbolischen Preis
DPA/Marcel Kusch
Plastikbeutel im Obst- und Gemüseregal: Viele Supermärkte haben schon auf die wachsende Kritik an den Einwegtüten reagiert, nun tut es auch Aldi - wenn auch bisher nur mit einem eher symbolischen Preis

Der Discounter Aldi schafft die kostenlosen Obst- und Gemüsebeutel aus dünnem Plastik ab. Wer bei dem Billiganbieter beim Einkauf von Äpfeln, Birnen oder Tomaten nicht auf den sogenannten Knotenbeutel verzichten will, muss dafür vom Sommer an einen Cent pro Stück zahlen, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" darüber berichtet. Bisher bieten die großen Lebensmittelhändler die dünnen Kunststoffbeutel in ihren Obst- und Gemüseabteilungen in der Regel noch kostenlos an.

Der Hintergrund des Aldi-Schritts: In den vergangenen Jahren ist zwar der Verbrauch an "klassischen" Plastiktüten in Deutschland deutlich zurückgegangen, weil sie kaum noch umsonst abgeben werden. Der Verbrauch an den sogenannten Knotenbeuteln, wie sie an den Obsttheken ausliegen, hat sich dagegen kaum verringert, wie das Bundesumweltministerium kürzlich mitteilte.

Den aktuellen Zahlen zufolge wurden im vergangenen Jahr in Deutschland mehr als drei Milliarden der Knotenbeutel verbraucht. Das entspricht im Schnitt 37 Stück pro Verbraucher. Das ist zwar etwas weniger als 2017, aber mehr als in den Jahren 2015 und 2016. Grund ist unter anderem, dass Kunden ihre Einkäufe in die kostenlosen Knotenbeutel packen, seitdem Kunststoff-Tragetaschen kostenpflichtig sind.

Die Erfahrungen belegten, dass die Bepreisung der Plastiktaschen Verbraucher zum Umdenken bewegt habe, betonte Aldi-Managerin Kristina Bell. Einen ähnlichen Erfolg erhoffe sich der Discounter nun von dem "symbolischen Cent" für die Einwegtüten im Obst- und Gemüsebereich.

Aldi hofft nun, dass andere Händler ebenfalls eine Abgabe für die Beutel verlangen: "Wir würden uns freuen, wenn andere Händler mitziehen. Denn nur durch eine branchenweite Lösung könne wir bei der Reduzierung der Plastiktüte einen großen Schritt nach vorne machen", sagte Bell weiter.


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Die Supermarktkette Real hat bereits angekündigt, die Beutel bis 2020 durch Papier ersetzen zu wollen. Aldi plant laut "SZ", die kostenpflichtigen Knotenbeutel vom Sommer an aus Bioplastik fertigen zu lassen. Als Alternative zu den Beuteln will der Discounter zudem ab dem Herbst wieder verwendbare Netze für Obst und Gemüse verkaufen. Die bietet derzeit unter anderem auch die Supermarktkette Rewe an.

mg/dpa-afx, afp

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